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ZeitBlende 1960

„Marina“ vom Camping-Plattenspieler

Von Johannes Mager, 23.08.10, 14:12h, aktualisiert 23.08.10, 14:27h

Eine Zeitreise in die Vergangenheit konnten die Besucher im Freilichtmuseum in Kommern erleben. Bei der "ZeitBlende 1960" ging es in die gute alte Zeit mit Oldtimern, Rock'n'Roll und "Bubble Wrap". "Das Museumsfest der Erinnerungen" lautete der Untertitel.

ZeitBlende 1960
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Viel getanzt wurde bei der "ZeitBlende 1960" im Frelichtmuseum. Sind auch 50 Jahre vergangen, die Tanzschritte sitzen immer noch. (Bild: Mager)
ZeitBlende 1960
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Viel getanzt wurde bei der "ZeitBlende 1960" im Frelichtmuseum. Sind auch 50 Jahre vergangen, die Tanzschritte sitzen immer noch. (Bild: Mager)
KOMMERN - Knack, knack, knack - das Geräusch von Luftpolsterbläschen, die zwischen den Fingern zerplatzen, erklingt 1960 das erste Mal. 1957 erfinden zwei Ingenieure in New York eine Tapete aus Kunststoff. Da sie die Folie aber auch als strapazierfähiges Verpackungsmaterial entdecken, fügen sie dem Kunststoff kleine Plastikbläschen hinzu und melden sie 1959 zum Patent an.

1960 beginnt die industrielle Produktion der Verpackungsfolie, die in Amerika als "Bubble Wrap" bekannt wird. Bei der "ZeitBlende 1960" im Kommerner Freilichtmuseum ließ Mitarbeiterin Liesel Retetzki die Besucher möglichst schnell 200 dieser Bläschen zerdrücken. Dem Sieger brachte das eine Jahreskarte für die LVR-Museen ein.

"Das Museumsfest der Erinnerungen" lautete der Untertitel der Veranstaltung. Erinnerungen lagen auf den Lippen der Besucher, als sie den "Bea-Fore" lauschten, die die Klassiker der "Fab Four" spielten. Vor allem weibliche Zuhörer zeigten sich textsicher. Für Anni, die mit ihrer Tanzgruppe "Juke-Box-Angels" in Kleidung der damaligen Zeit Rock'n'Roll und langsame "Schieber" vor der Bühne tanzte, spielte die Band "Anna".

Das ist zwar historisch nicht ganz korrekt, denn der Song erschien erst 1963 auf dem Debüt-Album "Please Please Me". Doch wen stört das schon? Dafür aber stimmten die Klamotten der Musiker, die in Lederkluft die Bühne betreten hatten. Denn so traten die Beatles 1960 bei ihren ersten musikalischen Schritten in Hamburg noch auf. Die Anzüge führte der spätere Manager Brian Epstein ein.

Neben der Musik standen insbesondere Kraftfahrzeuge im Mittelpunkt. Laut wurde es, als Kurt Sebitzer mit seinem himmelblauen Goliath-Dreirad vorbeituckerte. Das lag allerdings weniger am Motor, sondern vielmehr an der Glocke die er aus dem Fenster heraus schwang, wie es seinerzeit fahrende Händler taten.

Manche konnten es kaum erwarten, über das Kopfsteinpflaster des Museums zu rattern. Denn beim Start des Oldtimer-Korsos wollte Dr. Michael Faber die Fahrzeuge dem Publikum auf dem Museumsplatz eigentlich alle vorstellen. Doch einige Mercedes-Fahrer kamen ihm zuvor und traten aufs Gaspedal. "So ist das mit den Mercedes. Die haben immer Vorfahrt", scherzte Faber.

Gemütlicher ließ es eine Gruppe Camper angehen, die es sich im Schatten am Rande des Wegs zum Museumsplatz zwischen Wohnwagen, VW-Bulli und Zelt beim Obstkuchen bequem gemacht hatte. Auf einem kleinen Tisch wartete ein tragbarer Plattenspieler darauf, dass er kleine Singles wie "Marina" von Rocco Granata oder "Rosemarie" von den Flippers abspielen durfte.

Dass es früher weder "Xbox" noch "Wii" oder ähnliches gab, durften die Kinder erfahren. Denn bei typischen Spielen wie Dilledop, Hula Hoop oder Stelzenlauf mussten sie selbst aktiv werden und sich an der frischen Luft bewegen. Erfrischungen entsprachen der damaligen Zeit. Milch-Shakes wurden an der Milchbar von Barkeepern in weißem Hemd und rotem Schiffchen auf dem Kopf verkauft.

Viel verändert hat sich in den vergangenen 50 Jahren nicht nur in Mode, Musik und Autos, sondern auch im Museum selbst. Große Fotos zeigten an verschiedenen Stellen, wie es dort einst aussah und dass das Museum seinerzeit bereits ein Ziel für Sonntagsausflüge der Familie war.



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