Ein Monstersturm nähert sich den USA. (Bild: dpa)
Ein Monstersturm nähert sich den USA. (Bild: dpa)
NORTH CAROLINA - Hurrikan „Earl“ braust mit Monsterkräften auf die USA zu. Bewohner der dicht besiedelten Ostküste fürchten um ihr Hab und Gut. Hoteliers und Gaststättenbesitzer sehen sich um ihren Verdienst geprellt. „Earl“ sollte nach den Berechnungen des US-Hurrikanzentrums (NHC) in Miami in der vergangenen Nacht die Nähe des Festlandes erreichen. Nach NHC-Angaben toben in „Earls“ Zentrum Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometer. Er wurde deshalb wieder in die Kategorie vier hochgestuft, die zweithöchste Stufe auf der Hurrikanskala. Damit ist er gefährlicher als Hurrikan „Katrina“, der vor fünf Jahren New Orleans zerstört hatte.
Die Gouverneure mehrerer Bundesstaaten entlang der Ostküste erklärten inzwischen den Notstand. US-Präsident Barack Obama rief Katastrophenalarm für North Carolina aus. Damit kann die US-Krisenbehörde Fema die Sicherheitsmaßnahmen koordinieren und den lokalen Behörden die nötige Hilfe bieten. North Carolina wird den Berechnungen zufolge als erster US-Staat von dem Monstersturm getroffen. Gestern Morgen (Ortszeit) wirbelte „Earl“ rund 500 Kilometer südöstlich von Cape Hatteras, einem Ferienparadies vor der Küste North Carolinas. Für einige Inseln, darunter Hatteras und Ocracoke, waren Evakuierungen angeordnet. „Earl“ ist der fünfte Hurrikan der Saison. Zwei weitere Wirbelstürme sind bereits im Anmarsch.
Wie der US-Sender CNN berichtete, kündigten mehrere Fluglinien vorsorglich Behinderungen an der Ostküste an. Wer seine Buchung verschiebt, muss keine Strafgebühr zahlen. Nach Medienberichten weigerten sich etliche Inselbewohner und Touristen, die Inseln zu verlassen. „Keiner meiner Nachbarn geht. Wir bleiben hier und reiten es aus“, sagte ein Mann auf Ocracoke.
„Earl“ bewegte sich mit knapp 30 Stundenkilometern auf North Carolina zu. Dort dürfte er in nördliche Richtung abbiegen und mit etwa 80 Kilometern Abstand zum Festland über dem Atlantik bis nach Kanada ziehen. Noch ist unklar, ob das Auge des Hurrikans das Festland trifft. „Geringe Abweichungen könnten dazu führen, dass Earl auf den Outer Banks aufschlägt“, warnte CNN-Meteorologe Dave Hennen. (dpa)