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Angeklagter belastet Ex-Chef Ricke

Erstellt 03.09.10, 14:45h, aktualisiert 14.09.10, 23:24h

Wendung im Prozess um die Spitzelaffäre bei der Telekom: Der ehemalige Leiter der Konzernsicherheit hat den damaligen Vorstandschefs Kai-Uwe Ricke belastet. Dieser sei bereits 2005 über die Machenschaften informiert gewesen.

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Im Prozess um die Spitzelaffäre bei der Telekom wurde Ex- Vorstandschef Ricke nun schwer belastet. (Bild: dpa)
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Im Prozess um die Spitzelaffäre bei der Telekom wurde Ex- Vorstandschef Ricke nun schwer belastet. (Bild: dpa)
BONN - Im Prozess um die Bespitzelungsaffäre bei der Telekom hat der hauptangeklagte Ex-Chef für interne Konzernsicherheit erklärt, er habe die Ausspähung von Journalisten und Gewerkschaftern eigenmächtig veranlasst. Die telefonischen Verbindungsdaten seien "auf seine Veranlassung hin ausgewertet worden", ließ der frühere Leiter Klaus T. am Freitag vor dem Bonner Landgericht über seinen Verteidiger erklären.

Der Hauptangeklagte, der als Schlüsselfigur in dem Prozess gilt, bekannte sich uneingeschränkt "zu seiner Verantwortung für die Datenauswertung". Damit begegnete Klaus T. zugleich früheren Ermittlungsansätzen, dass das illegale Ausspionieren von der damaligen Telekom-Spitze angeordnet oder veranlasst worden sein könnte. Sie sei darüber aber später informiert gewesen.

Er habe einen "Auftrag" des damaligen Vorstandschefs Kai-Uwe Ricke umgesetzt, erklärte der Angeklagte. Aufgrund des ihm erteilten Auftrags sei er "davon ausgegangen, dass von einem Mitglied des Aufsichtsrats fortlaufend vertrauliche Informationen an die Presse weitergegeben und hierdurch dem Unternehmen schwerer Schaden zugefügt wurde". Zur Aufklärung habe er seinerzeit "die Erhebung der Verbindungsdaten für gerechtfertigt gehalten".

Die "Umstände der Datenerhebung" seien aber spätestens im September 2005 sowohl Ricke wie auch dem damaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel "bekannt" gewesen, erklärte Klaus T. über seinen Verteidiger Hans-Jörg Odenthal vor Gericht. Die Rechtmäßigkeit des Vorgehens sei von ihnen aber gegenüber ihm "nicht in Zweifel gezogen worden".

Neben Klaus T. sitzen noch zwei frühere Mitarbeiter des Konzerns auf der Anklagebank. Das Verfahren gegen einen ebenfalls angeklagten Berliner Geschäftsmann wurde abgetrennt, nachdem dieser ein ärztliches Attest vorgelegt hatte. In den Jahren 2005 und 2006 waren rund 50 Personen, darunter Journalisten und Gewerkschafter, über ihre Telefone ausspioniert worden. (dpa)



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