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Loveparade

Gedenktafel im Unglückstunnel

Erstellt 04.09.10, 08:59h, aktualisiert 04.09.10, 14:23h

Sechs Wochen nach der Loveparade-Katastrophe endet in Duisburg die Trauerzeit. Bürger legen dazu am Samstag Kerzen und Briefe aus dem Unglückstunnel in einen Glaskubus. Auch Menschen, die bei der Katastrophe schwer verletzt worden waren, besuchten den Ort.

Duisburg
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Tausende von Andenken säumen die Gehsteige im Unglückstunnel der Duisburger Loveparade. (Bild: dpa)
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Tausende von Andenken säumen die Gehsteige im Unglückstunnel der Duisburger Loveparade. (Bild: dpa)
DUISBRUG - Zahlreiche Menschen haben am Samstag in Duisburg den Ort der Loveparade-Katastrophe aufgesucht - dabei kamen auch Opfer des Unglücks und Angehörige. Anlass war das offizielle Ende der Trauerzeit sechs Wochen nach dem Unglück mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten. An einer Mauer am Ort des tödlichen Gedränges wurde am frühen Morgen eine Gedenktafel angebracht. Auf der schlichten Bronzetafel steht geschrieben: "Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade - 24. Juli 2010." Den ganzen Tag lang schlägt ein Künstler im Unglückstunnel eine Trommel.

Auch Menschen, die bei der Katastrophe schwer verletzt worden waren, besuchten den Ort. Eine 30-Jährige aus Duisburg erzählte: "Ich habe wirklich Glück gehabt. Die haben mich mehr tot als lebendig rausgezogen." Unter ihr sei ein Mädchen gestorben. "Man liegt drauf und kann nichts machen. Ich habe ihr noch zugeredet. Ich konnte in ihre Augen sehen. Und dann sah ich, wie sie starb."

Über ihr hätten sieben oder acht weitere Menschen gelegen. Sie selbst sei wenig später bewusstlos geworden. Sie erlitt schwere Verletzungen an einem Bein und wurde sieben Stunden lang operiert. Der Vater einer 16-jährigen Verletzten sagte, dass seine Tochter wegen der großen psychischen Belastung nach wie vor jede Nacht nur zwei Stunden schlafen würde. Sie sei auch eingekeilt gewesen. Ein junger Mann habe sie dann rausgezogen.

Am Nachmittag wollen Bürger die zahlreichen Trauergaben im Unglückstunnel wie Kerzen, Plüschtiere oder Fotos in einen Kubus mit einer Glasfront legen. Er soll für die nächsten Monate eine Art provisorische Gedenkstätte bilden. Am Sonntag wird die Straße, die seit dem Unglück für Autos gesperrt war, wieder für den Verkehr freigegeben. (dpa)



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