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Warenhaus-Rettung

Kein Garant für lebendige Innenstadt

Erstellt 05.09.10, 11:43h

Der Deutsche Städtetag wertet die Karstadt-Rettung als positives Signal, hält eine "Verödung der Innenstädte" aber weiter für möglich. Diese Gefahr sei nicht vollständig abgewendet, sagt Hauptgeschäftsführer Stephan Articus.

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Die Innenstädte drohen vielerorts zu veröden. Große Einkaufstempel an den Stadträndern ziehen die Kundschaft ab. (Bild: dpa)
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Die Innenstädte drohen vielerorts zu veröden. Große Einkaufstempel an den Stadträndern ziehen die Kundschaft ab. (Bild: dpa)
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Zwar ist die Warenhauskette "Karstadt" - hier die Niederlassung in Wismar - nun erst einmal gerettet. Dennoch drohe weiterhin eine Verödung der Innenstädte, warnt der Städtetag. (Bild: dpa)
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BERLIN - Der Deutsche Städtetag wertet die Karstadt-Rettung als positives Signal, hält eine "Verödung der Innenstädte" aber weiter für möglich. Diese Gefahr sei nicht vollständig abgewendet, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Denn ein Warenhaus allein ist noch kein Garant für eine lebendige, attraktive Innenstadt."

Wegen großflächiger Einkaufsmärkte auf der grünen Wiese sei es für viele Läden im Stadtzentrum schwierig geworden, rentabel zu arbeiten. "Vielerorts war die drohende Warenhaus-Schließung Anlass dafür, Ideen und Strategien zu entwickeln, um das Publikum in der Innenstadt zu halten und attraktive Angebote zu schaffen", sagte der 58-Jährige. Mit der Karstadt-Entscheidung seien solche Überlegungen nicht hinfällig.

Es sei ein Zeichen der Hoffnung, dass alle Karstadt-Filialen erhalten bleiben sollen. "Diese Häuser sind wichtige Magneten im innerstädtischen Gefüge, die viele Käufer anziehen. Das nutzt natürlich auch den Geschäften in der Nähe", sagte Articus.

Nachdem vergangenes Jahr in vielen kleineren Städten Hertie- Filialen geschlossen wurden, habe es Zwischenlösungen gegeben. "Zum Beispiel wurden Schaufenster vermietet oder die Häuser für Kulturprojekte genutzt. Aber am wichtigsten ist die Suche nach einem Investor", sagte Articus. Es sei ausgesprochen negativ, wenn für betroffene Häuser keine gleichwertige Nutzung gefunden werde. Die meisten der mehr als 70 geschlossenen Hertie-Standorte standen Anfang August nach einem Bericht der Fachzeitschrift "TextilWirtschaft" immer noch leer.

Sollten Kommunen bereits mit brachliegenden Gebäuden in prominenter Lage zu kämpfen haben, müssen nach Ansicht von Articus Allianzen zwischen Stadt, Einzelhändlern, Gastronomie und Kulturschaffenden geschmiedet werden. Positives Beispiel sei das Programm "Ab in die Mitte", das es in fünf Bundesländern gibt. "Die Partner organisieren zum Beispiel große Events und verabreden Standards für sichere und saubere Innenstädte, die sie dann umsetzen."

Wegen gestiegener Bodenpreise und Gewerbemieten können sich in vielen Stadtzentrum allerdings vermehrt nur noch Handelsketten halten. Der kommunale Spitzenverband plädiert deshalb für regionale Einzelhandelskonzepte über die jeweiligen Stadtgrenzen hinaus. "Nur so können erhebliche Überkapazitäten bei der Verkaufsfläche verhindert werden", sagte Articus.

Nach seiner Auffassung haben Warenhäuser eine Zukunft in den Innenstädten. Er räumte allerdings ein, dass die Landschaft vielfältiger werde. "Große Fachmärkte sind in den Städten genauso zu finden wie Shoppingcenter mit kleinteiliger Ladenstruktur. Wichtig ist für die Städte, ein vielfältiges Gesamtangebot an Waren- und auch Dienstleistungen in der Innenstadt zu sichern." (dpa)



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