Von Margret Klose, 06.09.10, 11:54h
Denn das Szenario war nur eine Übung, allerdings eine, wie sie die Wesselinger Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) zuvor so noch nie geübt hatten. Das "Drehbuch" sah vor, dass sich ein Taucher am Seegrund an einem alten Gerüst eingeklemmt hatte und sich alleine nicht mehr befreien konnte. Ein zweiter Taucher stand ihm zunächst noch bei, bis er selber vor Erschöpfung in Not geriet und von der Strömung erfasst und abgetrieben wurde. Ein dritter Taucher sollte den Unfall bei der Feuerwehr melden. "Im Ernstfall ging es jetzt um Sekunden", erklärte Peter Eymann, Sprecher der Berufswehr Wesseling.
Zusammen mit Wesselings Feuerwehrchef Wolfram Semrau war er bei der Übung vor Ort dabei. Spätestens acht Minuten nach Eingang des Notrufes, müssen im Ernstfall die ersten Helfer am Einsatzort sein.
Im Ernstfall wäre Hubschrauber im Einsatz
"Im Ernstfall würden wir bei solch einem Unfall auch sofort die Feuerwehrtaucher aus Köln anfordern, nebst Rettungshubschrauber Christoph 3", erklärte Eymann. Am Samstag ging es allerdings wesentlich unspektakulärer zu. Acht freiwillige Feuerwehrleute und 14 DLRG-Rettungstaucher und -schwimmer nahmen an der Übung teil.
Im Mittelpunkt der koordinierten Aktion stand die gemeinsame Menschenrettung. Auch galt es, speziell für die Feuerwehr, das "Gerüst" im See mittels Hebesäcken und Seilwinde zu bergen. Die Rettungstaucher des DLRG übten zudem die Parallel-Atmung unter Wasser. Der Einsatz stand unter der Gesamtleitung von Frank Raschke von der DLRG.
Drei angeseilte Rettungstaucher durchsuchten zunächst systematisch den Grund des Sees. Die "vermisste Person" fanden sie in fünf Metern Tiefe, etwa 50 Meter vom Ufer entfernt. Routiniert brachten sie ihren Kollegen ans Ufer, wo der Rettungsdienst sich weiter um ihn kümmerte. "Je kälter das Wasser, desto größer sind im Ernstfall die Überlebenschancen", erklärte Eymann. Der Baggersee hatte am Samstag eine Temperatur von etwa 12 Grad in der Tiefe. Doch das störte Christoph Höhner (42) wenig. Er war es nämlich, der die eingeklemmte Person dargestellt hatte - wasserdicht verpackt in einem warmen Neopren-Trockenanzug.
Sauerstoff hatte er für mehr als eineinhalb Stunden dabei. Alle beteiligten, einschließlich Semrau, waren am Ende recht zufrieden mit der Übung, zumal die Rettungstaucher auch schnell den Dummy fanden, der die abgetriebene Person darstellte.
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