Von Michael Hamacher, 04.09.10, 07:00h
Den Hochgenuss lieferte der in Bremen lebende Autor David Safier (Jahrgang 1966), ein bis vor nicht allzu langer Zeit noch vielfach unbekanntes Gesicht auf dem deutschen Büchermarkt - zumindest bis zum Erscheinen seines Erstlingswerks „Mieses Karma“ im März 2007.
Es lehnt sich indischen Religionen mit der Lehre des Kreislaufs der Wiedergeburten an, einem Karussell der Reinkarnation.
Safier machte sich bis dato einen Namen als Drehbuchautor. Er zeichnete unter anderem für die TV-Hits „Berlin, Berlin“ oder „Nikola“ verantwortlich, wofür er den begehrten „Grimme-Preis“, den „Deutschen Fernsehpreis“ und den „Emmy“, den amerikanischen Fernseh-Oscar, einheimste.
Sein Romandebüt wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt. Dem Erstlingswerk, das wochenlang auf der Bestsellerliste ganz oben stand, folgten 2008 „Jesus liebt mich“ und im März 2010 „Plötzlich Shakespeare“. Aus „Mieses Karma“, mehr jedoch noch aus seinem jüngsten Werk, gab Safier in Heimbach Auszüge zum Besten.
Zum Inhalt: Das Liebesleben der chaotischen Rosa gibt Anlass zu Klagegebeten. Da erklärt ihr ein Hypnotiseur, dass die Lösung all ihrer Probleme in einem früheren Leben zu finden sei. Noch bevor Rosa „Veralbern kann ich mich allein“ sagen kann, wird sie per Hypnose in ein solches Leben zurückgeschleudert. Genau in das Jahr 1594. Und in den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert und William Shakespeare heißt. Rosa kann jedoch erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausfindet, was wahre Liebe ist...
Safier nimmt seine Zuhörer und Leser mit auf eine vergnügliche Reise durch andere Körper, Zeiten und Welten. Ein höchst amüsanter Roman, elegant geschrieben, voll komischer Verwandlungen und überraschender Pointen und Einfälle, der die Besucher immer wieder zu Lachsalven hinriss.
Als wenn das nicht gereicht hätte, gab er Einsichten in sein Leben, gewürzt mit alltäglichen Familiengeschichten. Dabei ging es um die Anerkennung als Autor in seiner Familie; er nahm die Zuhörer mit auf die Suche nach seinen Werken in Bücherläden, gab seine Erlebnisse bei Preisverleihungen zum Besten und verriet, dass er bei seiner eigenen Wiedergeburt gern als Hund der Familie, ein „Labra-Dudel, jedoch ohne Kastration“, leben würde, „denn der dürfe wie der jetzige Hund Freudenpipi auf seine Füße machen“.
Dabei offenbarte Safier seine menschliche Seite: unverbraucht, sympathisch, voller Witz und authentisch. Die Zuhörer dankten ihm mit Szenenapplaus und lang anhaltendem Beifall. Eine Sternstunde für Literaturfreunde.
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