Von Claudia Robertz, 04.09.10, 07:00h
Lambertz hatte bereits während der Schulzeit Praktika in unterschiedlichen Berufssparten absolviert. „Ich war in einer Schule zum Praktikum, weil ich mir auch den Lehrer-Beruf durchaus vorstellen konnte. Und ich hatte einen Ferienjob auf dem Bau“, so der Ripsdorfer. Nach seinen Erfahrungen dort war für ihn aber klar: Ein Handwerksberuf sollte es später nicht unbedingt sein. Nach dem Abitur bewarb er sich bei verschiedenen Städten und Gemeinden sowie Krankenkassen.
Nussbaum absolvierte nach seinem Realschulabschluss die Höhere Handelsschule, Fachrichtung Verwaltung. Erfahrungen im Handwerk sammelte er zwar nicht, doch auch ihn lockte ein kaufmännischer Beruf. „Ich wollte vor allem mit Menschen zu tun haben. Das macht mir auch in der Freizeit Spaß. Daher bin ich Vorsitzender des Jugendausschusses im Regionalverband Düren im Bund Deutscher Karneval“, sagt Alexander Nussbaum.
Auch Stephan Lambertz ist in Vereinen seines Dorfes aktiv und soziale Kontakte sind für ihn ganz wichtig.
Noch ein anderer, ganz entscheidender Grund spielte für die beiden AOK-Azubis eine ausschlaggebende Rolle: Sie wollten nach der Schule eine Lehre und nicht etwa ein Studium beginnen. „Es war für mich auch wichtig, auf eigenen Beinen zu stehen, nicht mehr von den Eltern abhängig zu sein und mein eigenes Geld zu verdienen“, verrät Alexander Nussbaum. Stephan Lambertz nickt. Das spielte auch bei ihm eine Rolle.
Die Kundenberatung ist es, die den beiden AOK-Azubis am meisten Freude macht - ob in der Euskirchener Geschäftsstelle oder im Außendienst, den Alexander Nussbaum schon kennen lernen durfte. In der Beratung erwartet die Auszubildenden die größte Herausforderung: Sich immer wieder auf neue Situationen einstellen, für den Kunden nach Lösungsmöglichkeiten suchen, so dass dieser zufrieden ist und das Bewusstsein hat: „Hier hat man mir geholfen.“
Stephan Lambertz und Alexander Nussbaum erfüllt der Kundenkontakt mit großer Zufriedenheit. Nussbaum: „Mich macht es froh, wenn ich anderen Menschen helfen kann.“ Und bei Lambertz stehen auch schon mal Verwandte und Freunde in der Euskirchener AOK-Niederlassung, um sich von ihm beraten zu lassen.
Für die umfassende Ausbildung der Versicherungs-Fachangestellten sorgen in der Praxis die Einsätze in den verschiedenen Abteilungen. Hier werden die Azubis von Anfang an in die einzelnen Mitarbeiterteams integriert. Dabei werden sie von den Kollegen eingearbeitet und auch unterstützt.
Die praktische Arbeit wird ergänzt durch die Berufsschule. Hier werden juristische Schwerpunkte in den Bereichen Krankenversicherung, Marketing und Betriebswirtschaft vermittelt. Stephan Lambertz und Alexander Nussbaum fahren pro Ausbildungsjahr zweimal sechs Wochen lang nach Köln. Dort gibt es in diesem Jahr sogar eine reine „AOK-Klasse“ an der Berufsschule.
Ein ganz wichtiger Ausbildungsteil ist auch das AOK-Bildungszentrum in Grevenbroich. In ihren drei Ausbildungsjahren absolvieren Lambertz und Nussbaum 18 Wochen lang Seminare und besondere Trainingsphasen, die jeweils bis zu zwei Wochen dauern.
Die Entscheidung, in welcher Abteilung die Azubis der AOK nach ihrer Ausbildung arbeiten werden, fällt bereits ein halbes Jahr vor der Abschlussprüfung. Dann laufen die Beurteilungen aus den verschiedenen Abteilungen bei Ausbildungsleiter Jochen Gisbertz zusammen. Im Gespräch mit dem Auszubildenden wird überlegt, ob, wo und wie es für diesen weitergehen soll. „Dem Auszubildenden gibt es einerseits Sicherheit, zum anderen nimmt es den Druck aus der Prüfungsphase, wenn er weiß, - bestandene Prüfung vorausgesetzt - wie es nach der Prüfung für ihn weitergeht“, erklärt Jochen Gisbertz.
Und wie geht es in einem Jahr für Alexander Nussbaum und Stephan Lambertz weiter? Streben sie eine Karriere bei der AOK an, etwa als Teamleiter?
Die beiden jungen Männer sehen ganz gelassen in die Zukunft. Alexander Nussbaum kann sich heute sowohl die Arbeit im Innendienst mit Kunden als auch im Außendienst vorstellen.
Auch Stephan Lambertz sieht seine mögliche berufliche Zukunft in der Kundenberatung: „Allerdings kenne ich bisher den Außendienst noch nicht. Also würde ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Kundenberatung in der Geschäftsstelle.“
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