Erstellt 04.09.10, 07:03h
„Mutig jenseits aller Ideologien“, so CDU-Fraktionschef Horst Krybus, soll der neue Weg beschritten werden und Lohmar im doppelten Sinne „Schule machen“. In einer Pressekonferenz erläuterte Beigeordneter Stefan Hanraths gestern die Beweggründe. Das sind zum einen der demografische Wandel mit sinkenden Schülerzahlen, zum anderen der Wille der Eltern, ihren Kindern bessere Schulabschlüsse zu ermöglichen. So beträgt die Übertrittsquote von der Grund- zur Hauptschule in Lohmar nur noch 10 Prozent; zur Realschule 41 bis 42 Prozent, zum Gymnasium fast 50 Prozent. Hanraths betont, dass die Sekundarstufenschule „gymnasialen Standard“ haben und keine „Gemeinschaftsschule light“ sein soll. Fürs Abitur sei an eine Oberstufen-Kooperation mit dem bestehen bleibenden Gymnasium gedacht, dessen Leiterin bereits signalisiert habe, dass dies vorstellbar sei. Auch mit den anderen Rektoren hat die Stadt gesprochen. Im nächsten Schritt will man die Eltern mit ins Boot holen und befragen. Ein Gremium aus Schulleitern und externen Experten, darunter der in Sachen Modellschule profilierte Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Uni Dortmund, soll das pädagogische Konzept erarbeiten, mit dem Lohmar beim Land seinen Antrag auf die Modellschule untermauern will. Räumlich soll die Schule in den vorhandenen Gebäuden untergebracht werden. Bei der angestrebten Fünfzügigkeit wäre eine Lösung, die Jahrgänge 5 bis 7 im Hauptschulgebäude zu unterrichten und die Klassen 8 bis 10 am Donrather Dreieck, wo sich Realschule und Gymnasium befinden.
Claudia Wieja und Charly Göllner von den Grünen begrüßen die Sekundarstufenschule, weil sie ein längeres gemeinsames Lernen der Kinder ermögliche, durchlässiger nach oben sei und zudem die Wahl lasse, das Abitur nach acht oder neun Jahren zu machen. „Wir müssen nichts aus dem Boden stampfen“, betonte Gabriele Krichbaum (CDU), dass Lohmar jetzt vorsorglich handele, um später nicht in eine Zwangslage zu geraten. Pädagogisch sei der Schritt, von der alten Form der Differenzierung wegzukommen, ohnehin überfällig. Kinder länger zusammen lernen und sich individuell entwickeln zu lassen, sei erfolgs- und nicht aussonderungsorientiert. (kh)
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