Von Klaus Heuschötter, 05.09.10, 22:13h
Auf der Wiese vor Burg Wissem hatte man ein Kreuz aus Klopapier ausgerollt. Die Turnerlegende legte mit seinem Fallschirm eine souveräne Punktlandung hin. Kaum am Boden, wurde er von seiner CDU-Bundestagskollegin Lisa Winkelmeier-Becker und Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski begrüßt. Dann ging's im 44 Jahre alten Mercedes 230 S von Oldtimer-Freund Harald Schenk aus Mondorf in die Fußgängerzone zur Bühne „unterm Schirm“.
Dort blieb Eberhard Gienger nicht der Einzige, der den Promifaktor des Troisdorfer Familienfestes hochschraubte. In der von der Rundschau präsentierten Sportarena stellte sich auch der frühere Handball-Nationaltorwart Andreas Thiel, bekannt als der „Hexer“, den Fragen von Moderator Thomas Kalus. Außerdem warben Rundschau-Redaktionsleiter Reinhard Bernardini und Kreissportbund-Präsident Sebastian Schuster schon einmal für die nächste Rundschau-Sportlerwahl.
„Am allerbesten sind die Partys zum Schluss, da trifft sich tatsächlich die Jugend der Welt“, erinnerte sich Thiel an seine Olympia-Teilnahmen. Davon kann Joana Tsesmeles nur träumen. Nicht, dass sie als Weltmeisterin nicht das Zeug für die Spiele hätte, doch ist ihre Sportart leider (noch) nicht olympisch. Die Karateka des Dojo Ochi Troisdorf zählte zu den Lokalmatadoren in Kalus Talkrunden. Der Eishockey-Spieler Christoph Jahns vom EHC Troisdorf Dynamites und der Football-Spieler Andreas Heinen von den Troisdorf Jets stellten ihren Sport vor und hoben die Nachwuchsarbeit hervor. Dass diese ebenso im Troisdorfer Turnverein geleistet wird und Früchte trägt, zeigte sich bei der Sportlerehrung, die Stadtsportverbandsvorsitzender Rolf Alfter vornahm. Für die jungen Turnerinnen war es natürlich sensationell, dass ihnen Gienger die Urkunden überreichte. Er selbst werde Sport treiben, „bis ich auseinander falle“, versicherte der Alt-Weltmeister, der von Lisa Winkelmeier-Becker das Kompliment bekam, dass er auch aus der Nähe immer noch so aussehe, wie wir ihn aus dem Fernsehen kennen. Und seinen Salto? Den beherrscht er immer noch!
Keine Salti, aber andere, bisweilen an Akrobatik grenzende Tänze gab es am Abend zu bewundern. Die Boogie-Friends NRW legten eine flotte Sohle aufs rote Pflaster. Keinen der rund 300 Zuschauer ließen die Rhythmen und wirbelnden Petticoats kalt. Wer saß, nickte mit dem Kopf, wer stand, wippte auf den Füßen. Spätestens beim Peppermint-Twist tanzten die ersten mit, Cliff Richards „Rote Lippen“ wurden mitgesungen . Aus „Troisdorf unterm Schirm“ wurde da quasi „Troisdorf unterm Nierentisch“. Pianist Stefan Ulbricht und die Band „Teddy Technik & Effekthascher“ ließen die 50er Jahre aufblühen, aus denen auch der Großteil des Publikums zu stammen schien.
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