Erstellt 05.09.10, 22:05h
Der Sarg war jedoch leer, denn das feierliche Prozedere war eher symbolischer Natur: Gestern wurde der Melatenfriedhof 200 Jahre alt, was mit dem historischen Leichenzug „gefeiert“ wurde. Der Zug führte vom Neumarkt über die Aachener Straße bis Melaten. Dort organisierte das Bestattungshaus Müschenborn eine Trauerfeier, bei der namentlich der Verstorbenen von 1810 gedacht wurde. „Der Leichenzug geht auf eine Bestimmung Napoleons zurück“, erklärte Brian Müschenborn während eines Gottesdienstes, der den Zug einleitete. „Unter französischer Besatzung wurde angeordnet, dass niemand mehr innerhalb der Stadtmauern beigesetzt werden dürfe. Dieser Zug ist also kein ,Karneval in traurig, sondern findet zum Gedenken der Verstorbenen von damals und heute statt.“
Die historische Kutsche ist ein Original von 1800 und wurde von der Spedition Redemann aus Thüringen gestellt. „Einen Trauerzug mit einer echten historischen Kutsche gab es im modernen Köln noch nie“, sagte Elke Redemann von der Spedition. Viele der über 100 Schaulustigen nahmen die Gelegenheit wahr und schlossen sich dem Zug an. (och)
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