Erstellt 05.09.10, 22:05h
So kamen Neulinge auf ihre Kosten, aber auch Philharmonie-Fans, die endlich mal hinter die Kulissen schauen wollten: ins Tonstudio des WDR zum Beispiel oder ins Dirigentenzimmer. Ein musikalisches Highlight bot das Mahler Chamber Orchestra, eines der führenden Kammerorchester Europas. Zusammen mit dem türkischen Pianisten Fazil Say spielte es klassische Stücke wie das Forellenquintett von Franz Schubert. „Wir wollen hier international gefeierte Musiker und junge Musiker zusammen bringen. Daher ist auch der Jazzchor der Uni dabei“, sagte Nicolette Schäfer, Jugendreferentin der Philharmonie. „140 Musiker haben wir dafür im Einsatz.“
Pianistin Lioba Bärthlein (33) zeigte den kleinen Besuchern, wie sie sogar mit Alltagsgegenständen Musik machen können, einen Boogie mit einer PC-Tastatur etwa. In der Kinder-Ecke erwartete den Nachwuchs unter anderem das Maulwurfrätsel. Die Kleinen mussten in Säcke greifen und die Gegenstände darin an ihrem Klang erraten. Als Preise für die Kinder gab es orangefarbene Butterbrotdosen. „Mit den Spielen ist das Ganze ein richtiges Enkelprogramm. So kann man die Kinder ohne viel Geld an Musik heranführen“, freute sich Oma Ursula Dinzel (55), die mit Sofie (8) gekommen war. Die Erwachsenen hatten unterdessen Gelegenheit, sich an Barocktänzen zur Musik von Jean-Philippe Rameau zu versuchen. „Eine Stimmung ist hier wie in Versailles beim Sonnenkönig Louis XIV“, schmunzelte Tanzlehrerin Olivia Lindig (52). Einige Besucher kamen sogar von weit her, um beim Tag der offenen Tür dabei zu sein, wie Etienne aus Bern. „Ich wollte gerne sehen, was es hier in der Kölner Philharmonie gibt“, erzählte der 17-Jährige, der bei seiner Tante in Köln zu Besuch ist. „Ich habe auch schon die Geige, das Cello und die Trompete ausprobiert. Und die haben mir alle gefallen.“
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