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Salvatore Tortorici

Offensive gegen Fachkräftemangel

Von Milena Reimann, 05.09.10, 22:05h

Salvatore Tortorici hat alles richtig gemacht. Seine Ausbildung zum Industriemechaniker hat der 24-Jährige beendet, jetzt studiert er Maschinenbau. Tortorici ist ein Kölner „mit Migrationshintergrund“ und zudem ein gutes Beispiel.

Köln - Salvatore Tortorici hat alles richtig gemacht. Seine Ausbildung zum Industriemechaniker hat der 24-Jährige beendet, jetzt studiert er Maschinenbau. Tortorici ist ein Kölner „mit Migrationshintergrund“. Tortorici ist aber vor allem eines: Ein Beispiel dafür, wie der Fachkräftemangel in Deutschland gelöst werden könnte. Auf der 11. Weiterbildungsmesse, die am Wochenende in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln stattfand, ging es dieses Jahr auch um Migranten. „Die bessere berufliche Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist ein Muss, vor allem, wenn die Personalressourcen knapper werden“, sagte Michael Garvens, Vizepräsident der IHK Köln.

Weniger Bewerber als Ausbildungsplätze

Schon jetzt würden die Klagen der Firmen über Schwierigkeiten mit den Fachkräfteressourcen zunehmend lauter. Das Problem fängt bei den Ausbildungsplätzen an: „Auf 140 Plätze kommen 100 Bewerber“, weiß Gregor Berghausen, IHK Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung. Außerdem sei gerade bei Jugendlichen mit türkischen Eltern eine Ausbildung offenbar generell nicht attraktiv, das zeige eine Schulabgängerbefragung in Köln.

„In der Türkei kennt man das duale Ausbildungssystem nicht, das ist ein vollkommen anderer Ansatz“, sagte Berghausen. Diese Migranten schätzten den schulischen Bildungsweg höher ein. „Das Problem ist, dass viele auf diesem schulischen Weg scheitern und später als ungelernte Kräfte in den Unternehmen sitzen“, stellte Berghausen fest. Man müsse viel stärker versuchen, die Jugendlichen für Ausbildungen und auch Weiterbildungen zu begeistern. Dazu solle auch die Messe dienen. Weiterbildung scheint ein Trend zu sein: Tütenweise schleppten viele der rund 7000 Besucher Infomaterialien der 60 Aussteller aus der IHK. „Wir beobachten eine Wende. Endlich nutzen die Arbeitnehmer Weiterbildung nicht nur in wirtschaftlich schlechten Zeiten“, fiel Berghausen auf. Normalerweise sei es so: Nur wenn die Konjunktur sich verschlechtert, bilden sich die Menschen verstärkt weiter. Das bestätigte auch der stellvertretende Handwerkskammer-Chef Peter Panzer.

Salvatore Tortorici hat inzwischen auch einen Ausbilderschein begonnen - „für meine Zukunft". Seinen Traum, eines Tages als Ingenieur für Porsche zu arbeiten, gibt er nicht auf. Dass es nicht bei allen so gut klappt wie bei ihm, sieht er an einigen Freunden: „Die landen an der Tankstelle oder in der Pizzeria des Vaters. Das ist nicht wirklich das, was sie eigentlich wollen.“



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