Von Milena Reimann, 05.09.10, 22:05h
Weniger Bewerber als Ausbildungsplätze
Schon jetzt würden die Klagen der Firmen über Schwierigkeiten mit den Fachkräfteressourcen zunehmend lauter. Das Problem fängt bei den Ausbildungsplätzen an: „Auf 140 Plätze kommen 100 Bewerber“, weiß Gregor Berghausen, IHK Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung. Außerdem sei gerade bei Jugendlichen mit türkischen Eltern eine Ausbildung offenbar generell nicht attraktiv, das zeige eine Schulabgängerbefragung in Köln.
„In der Türkei kennt man das duale Ausbildungssystem nicht, das ist ein vollkommen anderer Ansatz“, sagte Berghausen. Diese Migranten schätzten den schulischen Bildungsweg höher ein. „Das Problem ist, dass viele auf diesem schulischen Weg scheitern und später als ungelernte Kräfte in den Unternehmen sitzen“, stellte Berghausen fest. Man müsse viel stärker versuchen, die Jugendlichen für Ausbildungen und auch Weiterbildungen zu begeistern. Dazu solle auch die Messe dienen. Weiterbildung scheint ein Trend zu sein: Tütenweise schleppten viele der rund 7000 Besucher Infomaterialien der 60 Aussteller aus der IHK. „Wir beobachten eine Wende. Endlich nutzen die Arbeitnehmer Weiterbildung nicht nur in wirtschaftlich schlechten Zeiten“, fiel Berghausen auf. Normalerweise sei es so: Nur wenn die Konjunktur sich verschlechtert, bilden sich die Menschen verstärkt weiter. Das bestätigte auch der stellvertretende Handwerkskammer-Chef Peter Panzer.
Salvatore Tortorici hat inzwischen auch einen Ausbilderschein begonnen - „für meine Zukunft". Seinen Traum, eines Tages als Ingenieur für Porsche zu arbeiten, gibt er nicht auf. Dass es nicht bei allen so gut klappt wie bei ihm, sieht er an einigen Freunden: „Die landen an der Tankstelle oder in der Pizzeria des Vaters. Das ist nicht wirklich das, was sie eigentlich wollen.“
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