Von Birgit Eckes, 06.09.10, 07:06h, aktualisiert 06.09.10, 11:47h
Wenn das alles ist! Bei schönstem Wetter hatten sich schon am Morgen Tausende auf den Weg gemacht, um von den Parkplätzen mit Pendelbussen an der Staudamm in Lindscheid zu kommen, dem Hauptort des Geschehens. So hieß es früh, Schlange zu stehen, um bei einer der halbstündlich startenden Wanderungen oder einer Themenwanderung in die Schutzzone 1 mitzukommen. Doch die Führer waren unermüdlich, und so kam eigentlich jeder mit, der wollte.
In den Kontrollgang des Staudamms hinabzusteigen, ist dagegen nichts für schwache Nerven, denn der Weg führt 769 Stufen in die Tiefe, wo die Luft bei konstanten acht Grad ziemlich feucht ist. Das Gefühl, unter der Wasseroberfläche entlang zu spazieren, ist auch etwas beklemmend - obwohl man noch 120 Meter über Normal Null ist, „das liegt am Messpunkt in Amsterdam“, lernen wir.
„Ich bin den ganzen Tag hier unten, wenn ich Dienst habe“, sagt Rainer Langer vom Wupperverband lachend. Wasser tropft aus den Wänden. „Kommt zu viel, stellen wir mit Hilfe von Spezialkameras das Leck fest und beseitigen es sofort“, beruhigt der Ingenieur. Am Ende des Staudamms tauchen wir wieder auf und sehen schon von weitem, wie zwei Jungs mit der Wasserpistole auf Pappkameraden zielen.
Nele dagegen lässt sich vor dem Wasserwerk in aller Seelenruhe schminken. Eine Ranke soll es sein auf der rechten Wange. Daneben taucht Philipp den Pinsel in die Wasserfarben, um - natürlich - eine Wasserlandschaft zu malen. Unter dem Motto „Natur“ steht der Malwettbewerb von der BLZ und dem Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper. Und Philipp möchte natürlich ganz vorn dabei sein.
Gemütlich wandern wir zurück zum Ende des Staudamms, wo Giuseppe Mirabile sein feuerrotes Cappuccino-Mobil aufgestellt hat. Wie viele Becher wird er heute verkaufen wird? „Ganz, ganz viele.“ Giuseppe mustert zufrieden die lange Schlange.
Schlangen auch vor der Fotoausstellung der BLZ mit historischen Leser-Fotos vom Talsperrenbau, vor den Imbiss- und Verkaufsständen, zwischen denen die Herren der „Beale Street Jazz Band“ aufspielen. Weihnachtsbäume gibts auch schon, bei August Klein, der winzige Tannenableger an die Kinder verteilt, die es kaum erwarten können, die Pflänzchen einzugraben. „Dieses Jahr wird da aber noch kein Weihnachtsbaum draus“, wiegelt eine Mutter ab und versucht, den Junior von der Frikadelle auf den Bockshornkleekäse beim Thomashof umzuleiten - oder noch lieber auf einen gesunden Apfel.
Wie viel Wasser war heute Morgen in der Dhünntalsperre, fragt die BLZ, und für die richtige Antwort gibt es ebenso etwas zu gewinnen wie beim Wasserangeln des Wupperverbands. „Siehst du den Streifen an der Staumauer?“, fragt Vater Daniel seinen achtjährigen Sohn Marius, als sie über das Wasser Richtung Entnahmewerk gehen. „Daran kann man ablesen, wo das Wasser normalerweise steht.“
Noch interessanter findet Marius aber drinnen die dicken Rohre, durch die das Wasser aus der Tiefe geholt wird. „Ein genialer Wassermix“, versichert Betriebsmeister Uwe Wolter, „macht das Dhünnwasser so schmackhaft“. Na denn Prost.
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