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Interview

„Erleben ist besser als jede Broschüre“

Erstellt 07.09.10, 07:06h, aktualisiert 07.09.10, 14:12h

„unverDHÜNNt“ ist die Große Dhünn-Talsperre am Wochenende über 15 000 Besuchern gezeigt worden. Was bleibt von der Aktion? Gibt es eine weitere Fortsetzung? Mit Landrat Rolf Menzel und Wupperverbands-Chef Bernd Wille sprach Guido Wagner.

„unverDHÜNNt“-Aktion
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Unvermindert groß war das Besucherinteresse auch bei der zweiten Auflage der „unverDHÜNNt“-Aktion.
„unverDHÜNNt“-Aktion
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Unvermindert groß war das Besucherinteresse auch bei der zweiten Auflage der „unverDHÜNNt“-Aktion.
Dhünn-Talsperre - „unverDHÜNNt“ ist die Große Dhünn-Talsperre am Wochenende über 15 000 Besuchern gezeigt worden. Was bleibt von der Aktion? Gibt es eine weitere Fortsetzung? Mit Landrat Rolf Menzel und Wupperverbands-Chef Bernd Wille sprach Guido Wagner.

Mit dem „unverDHÜNNt“-Wochenende wollten Sie mehr Verständnis für den Natur- und Gewässerschutz und für die dazu nötigen Sicherheitsbestimmungen wecken. Ist dieses Konzept aufgegangen?

Menzel: Ich denke, ja. Wenn man mit den Menschen an der Talsperre gesprochen hat, hat man gespürt, wie das Thema angekommen ist. Beim ersten Mal vor drei Jahren war das ja noch ein Versuch. Jetzt am Sonntag wars perfekt.

Wille: Wir wissen, wie man Menschen erreicht: Sehen, Schmecken und Fühlen ist besser als jede Hochglanzbroschüre. Allein bei uns im Kontrollgang der Talsperre waren 2500 Besucher, die viele interessierte Fragen gestellt haben und sicher danach noch besser wussten, warum es wichtig ist, Natur und Trinkwasser der Talsperre zu schützen.

Schon bei der ersten Auflage von unverDHÜNNt vor drei Jahren kamen 15 000 Menschen an die Talsperre. Diesmal waren es noch mehr. Wie erklären Sie sich das ungebrochene Interesse an dem Thema?

Menzel: Viele von damals sind wieder gekommen. Und wir haben in der Zwischenzeit noch weitere neugierig machen können. Mancher ist vielleicht auch mal den „unverDHÜNNt 1“-Wanderweg von Altenberg zur Talsperre gegangen oder hat sonstwie von dem Thema gehört.

Wille: Außerdem ist das Thema Wasser in den vergangenen Monaten auch durch Katastrophen wie der in Pakistan bei den Menschen sehr präsent.

Ist das nicht auch ein Risiko: so viele Menschen direkt am Natur- und Wasserschutzgebiet?

Wille: Alle, die in die Wasserschutzzone hineinwollten, sind ja nur mit geführten Wanderungen hineingekommen. Und bei jeder Gruppe war ein Begleiter dabei. Es war also wie beim vergangenen Mal alles unter Kontrolle.

Menzel: Nur die Führer haben diesmal natürlich mehr zu tun gehabt. Das ist überhaupt mal ein großes Dankeschön wert: Wir hatten hunderte Helfer vom Parkplatzwart bis zum Wanderführer - ohne all diese Freiwilligen wäre das Ganze nicht möglich gewesen.

Zum ersten Mal gab es eine Abendveranstaltung mit Musik und Feuershow an der Talsperre. War es eine gelungene Premiere?

Wille: Die Stimmung war gut. Ich denke, es ist wichtig, auch noch auf andere Weise auf den Ort Talsperre aufmerksam zu machen, um noch weitere Adressaten anzusprechen, die vielleicht zum Aktionstag nicht gekommen wären.

Menzel: Der überwiegende Teil der Besucher war auch mit dem Abend zufrieden. Wenn es auch einige organisatorische Mängel etwa bei der Bühne und der Verpflegung gab, die wir beim nächsten Mal in jedem Fall abstellen müssten.

Was nehmen Sie persönlich vom Wochenende mit?

Menzel: Ich bin fasziniert, wie viele Menschen wieder freiwillig mitgemacht haben, und ich freue mich über die große Resonanz, die unsere Aktion gefunden hat. Ich bin überzeugt, wir haben den Leuten auch was geboten.

Wille: Ich habe mich sehr gefreut, wie viele Menschen dieses Angebot angenommen haben und sich auch einbinden lassen.

Schon mit der Wiederholung einer Veranstaltung ist man im Rheinland rasch bei der Begründung einer Tradition. Wann wirds die nächste „unverDHÜNNt“-Aktion geben?

Menzel: Wir haben schon mal ganz locker drüber gesprochen und könnten uns vorstellen, die Veranstaltung in einem ähnlichen Abstand - heißt in drei Jahren - noch einmal zu wiederholen.

Wille: Das denke ich auch. Es sollte nicht jedes Jahr sein, dann wäre die Gefahr groß, dass „unverDHÜNNt“ kippen und zum reinen Event werden würde. Aber drei Jahre sind ein guter Abstand, und 2013 haben wir sicher auch wieder einiges Neues zu zeigen.

Gibts auch schon konkrete nachhaltige Folgeprojekte von „unverDHÜNNt“?

Menzel: Der Genehmigungsantrag für den „unverDHÜNNt 2“-Wanderweg rund um die Vorsperre Große Dhünn liegt beim Regierungspräsidenten. Danach werden wir „unverDHÜNNt 3“ auf Wermelskirchener Gebiet angehen, danach eine Vernetzung der Wege . . .

Wille: Hinzu kommen die Projekte Dhünnhochfläche und Aqualon im Rahmen der Regionale 2010. Beide sind auch auf einem guten Weg. Ich bin selbst gespannt, was schon innerhalb der nächsten drei Jahre rund um die Große Dhünn-Talsperre alles entsteht und zu erleben sein wird.



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