Von Claus Boelen-Theile, 07.09.10, 07:06h
„Der Frust der Politiker ist groß gewesen“, berichtet Kürtens Verwaltungsspitze Willi Hembach aus dem nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. Der Sportverein Rot-Weiß Olpe habe während der Sitzung aus Sicht der Politik kein schlüssiges Finanzkonzept mit schriftlichen Zusagen präsentieren können. „Darüber herrschte Verwunderung.“ Dass im Ausschuss mit den Fraktionsvorsitzenden Dietrich Quack (CDU) und Hanno Filz (SPD) sowie dem BfB-Fraktionsvize Werner Conrad drei „Schwergewichte“ in der Runde saßen, macht die Sache noch bedeutsamer.
Die Empfehlung des Ausschusses hat weit reichende Folgen und wäre bei einer Bestätigung im Rat der K.o. für den Sport in Olpe. Erstens: Jene 70 000 Euro an Konjunkturmitteln, die Rot-Weiß Olpe für sein eigenes Kunstrasenprojekt eingeplant hat, fließen ersatzlos nach Kürten. Zweitens: Der Nutzungsvertrag, den die Gemeinde als Platz-Eigentümerin mit RWO abgeschlossen hat, wird gekündigt, spätestens zum Jahr 2013. Einen langfristigen Nutzungsvertrag über 20 Jahre wird es nicht geben. Drittens: Die Gemeinde verweigert dem Verein eine Bürgschaft über einen 100 000-Euro-Kredit. Viertens: Der Platz auf der Bornerhöhe wird zu Bauland, mit den Einnahmen tilgt Kürten seine Schulden - eine Bedingung der Kommunalaufsicht. Die Olper könnten demnach soviel Geld einsammeln wie sie wollen, eine politische Mehrheit steht den Plänen im Weg. Auch einen Aschenplatz wird es (wegen des beabsichtigten Baulands) nicht mehr geben.
„Immer weniger
Kinder in Olpe“
Dass es keine Kommunalbürgschaft gebe, begründet der Kämmerer auch mit der Struktur im Dorf Olpe: „Da werden es immer weniger Kinder. Wir wissen nicht, wie es in zehn Jahren aussieht.“ RWO sei alleine für den Platzunterhalt zuständig, in Kürten pflege hingegen die Gemeinde den Platz. „Und in Kürten profitieren alle Gesamtschüler.“ In der Grundschule Olpe seien die letzten beiden Jahre nur 14 und 11 Kinder eingeschult worden, deutet Hembach eine weitere Veränderung an.
Für die am Montag nächster Woche angesetzte Mitgliederversammlung von Rot-Weiß Olpe gebe es „im Grunde nicht mehr viel zu beschließen“, sagt Hembach: „Nur noch über die Fusion mit Montania Kürten.“ Alle finanziellen Dinge lägen in der Befugnis der Politik. Ob es auf dem neuen Platz einen Fusionsverein mit 250 Kickern oder zwei Vereine mit der gleichen Zahl an Fußballern gebe, mache keinen Unterschied.
Die Politik habe sich derart deutlich positioniert, dass die Verwaltung eine Vorlage pro Kürten vorbereite. „Genau das wollten im Frühjahr auch beide Vereine.“ Man habe Mitteilungen beider Klubs, dass die Gelder aus dem Konjunkturtopf nach Kürten fließen sollten. Die Euphorie in Olpe sei zu loben, komme aber wohl zu spät. Das Olper Projekt positiv zu gestalten, sei „schwierig.“
Finanziert werden soll der neue Kürtener Platz durch Konjunkturmittel (RWO-Anteil 70 000, Montania-Anteil 70 000, für die Laufbahn 250 000 Euro), die auf fünf Jahre angesparte Sportpauschale (250 000) und 30 000 Euro aus der Schulpauschale - Gesamtsumme 670 000 Euro. Die Sanierung des Sportlerheims fließt als Eigenanteil der Sportler ein. Die Gemeinde Kürten habe sich über den Platz in Herkenrath informiert, der die gleiche Größe habe, sagt Hembach. „Mit dem Geld ist es zu schaffen.“
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