Von Claus Boelen-Theile, 07.09.10, 07:00h
Schlag Zehne gestern. Es ging los. Horst Heuschen gab den preußischen Pickelhauben-Polizisten und schaute mit wichtiger Miene aufs Feld der 15 Mottokarren. Das war bunt. Gerd Neu und Marco Burgwinkel, beide von der Feuerwehr, präsentierten den Hoffnungsthaler Bahntunnel samt Schienen, Lok und Bahnhof. „Kommt es im Tunnel zum Störfall, können wir nach Hause fahr'n.“ Also besser kein Störfall.
Fürs Thema Bahnhof hat sich auch Anni Kabus entschieden. „Haltet die Stadt schön sauber, ein Klo muss noch sein.“ Das fehle beim Umbau der Rösrather Bahnanlagen nämlich noch. „Wie es da in der Unterführung immer stinkt, schlimm!“
Heidi Sieg und Gaby Koßmann schoben ein „Möbelzentrum“ durchs Dorf: „Das XXL-Möbelhaus startet durch“, Platz zwei der Motto-Wertung. „Klein, aber fein“ verkündete Klaus Stöcker (Erster Brudermeister) und Ex-Bürgermeister Dieter Happ den Neuaufschwung der Rösrather Geschäftswelt - die schönste Karre.
Dass es mit den Straßen der Stadt nicht weit her ist, glauben Frank Käding und Uwe Grützenbach: „Gut gefedert für Rösraths Straßen“ hatten sie eine überdimensionale Springfeder auf ihre Karre gespannt - wegen der vielen Schlaglöcher. Die Rückkehr des geschlossenen „Ratskellers“ wünschen sich Bruno Krämer und Dietmar Bergner, Heike Hartmann und Doris Heuschen hoben Margrit Timmel (Ortsgemeinschaft) als Ideengeberin aufs Schild. Und eine Hochzeit gab es auch: Karlheinz Krakau und Ehefrau Marianne Nebel, die als lebensgroße Puppen von Maggi Hüllenhütter und Teresa Reinhard durchs Dorf „geschörcht“ wurden. Wichtig für Anfänger und „Imis“: Die Rösrather Karren rollen nicht, sie schörchen.
Dann die Flitzer: 800 Meter über die Hauptstraße, einmal Rösrath hin und zurück. Einer schiebt (meistens der Kräftigere), der andere sitzt, liegt oder hält sich sonst irgendwie an der Karre fest. Nur runterfallen darf er nicht. Zwei Paare hatten diesmal gemeldet, Frank Hartmann / Bernhard Stöcker sowie Lambert und Matthias Stöcker (Vater und Sohn).
Bürgermeister Marcus Maria Mombauer, im Blaumann aufgelaufen, musste hingegen passen. Sein Spannmann Hans-Jürgen Kautz war kurzfristig wegen Krankheit ausgefallen - Pech für MMM. Das Familien-Duo Stöcker hatte am Ende 20 Meter Vorsprung herausgelaufen. Ausgepumpt und groggi saß das Quartett nach dem Finish am Sülztalplatz. „Wie oft ich schon gewonnen habe? 17, 18-mal“, berichtet Seriensieger Lambert Stöcker. Beim nächsten Mal wünsche er sich aber wieder mehr Karren-Renner.
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