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Dreigestirn

Drei Herzen und eine Seele

Von Jan Wördenweber, 06.09.10, 23:18h

Eimol Prinz zo sin... „Ja, das wärs...“, dachten sich drei Freunde eines Abends an der Theke. Jetzt ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Und zum ersten Mal in ihrer 106-jährigen Geschichte stellt die Bürgergarde „blau-gold“ das Trifolium im Kölner Karneval.

Dreigestirn
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Das Dreigestirn für 2011. (Bild: Schmülgen)
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Das Dreigestirn für 2011. (Bild: Schmülgen)
Köln - „Blau und Gold, dat han ich schon als kleiner Jung gewollt. . .“ heißt es im Marsch der Bürgergesellschaft. Aber so schön es dort auch ist - es gibt noch etwas Höheres im jecken Leben dieser Stadt: Eimol Prinz zo sin. . . „Ja, das wärs. . .“, dachten sich drei Freunde eines Abends an der Theke. Jetzt ist dieser Traum in Erfüllung gegangen: Prinz Frank I. (Steffens), Bauer Günter (Flüch) und Jungfrau Reni (Hans René Sion) sind das designierte Dreigestirn der Session 2011. Zum ersten Mal in ihrer 106-jährigen Geschichte stellt damit die Bürgergarde „blau-gold“ das Trifolium im Kölner Karneval.

Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach stellte gestern die drei langjährigen Gardisten vor und war voll des Lobes: „Wir suchen immer die größten Idealisten. Und die besten haben sich durchgesetzt.“ Wie viele Bewerber es diesmal gab, wollte Ritterbach wie immer nicht verraten.

Der erste Eindruck vom jecken Trio ist positiv: Wenn Frank Steffens redet, ist seine kölsche Herkunft nicht zu überhören. Der designierte Prinz wurde 1964 in Lindenthal geboren, absolvierte nach seiner Schullaufbahn eine Ausbildung zum Bankkaufmann und ist seinem Ausbildungsbetrieb, der Sparkasse Köln Bonn, treu geblieben. Dort arbeitet er heute als Referent in der Personalentwicklung. Steffens, der von 1969 bis 1985 aktiver Judo-Sportler war, wäre gerne Fußballreporter geworden. Vor acht Jahren brachte Ehefrau Silke Sohnemann Julian zur Welt. Der 45-Jährige ist großer Fan der Kult-Fernsehserie „Ein Herz und eine Seele“: „Vor dem Schlafengehen schaue ich mir mit meiner Frau gerne eine Folge auf DVD an“, erzählt der Prinz in spe - stellt aber eines klar: „Mit Ekel Alfred habe ich nichts gemeinsam!“

Günter Flüch hat eine Stimme, die für einen Bauern wie geschaffen ist: Ganz tief, sehr fest und schön kölsch. Der zukünftige Bauer wurde 1961 in Köln geboren, wuchs in Sülz auf und war Beamter beim Finanzamt Altstadt. Seit 2003 ist er als selbstständiger Steuerberater tätig. Mit seiner Frau Renate hat er eine 17-jährige Tochter und einen 21 Jahre alten Sohn, der seinem Vater um eine Dreschflegel-Länge voraus ist: Sebastian Flüch war Bauer im Kinderdreigestirn der Session 1998. Flüch ist wie Steffens großer FC-Fan.

Auch das Herz von Hans René Sion schlägt für den FC Kölle. Als Spross der Brauer-Familie weiß er um die Bedeutung von Tradition. Die designierte Jungfrau wurde 1968 in Köln geboren, wuchs in Rodenkirchen auf und ist mit Maria Belén Fernandez in zweiter Ehe verheiratet. „Nicht ohne meine Töchter“, lautet seine Devise, da es gleich sieben in seiner Familie gibt. Sion brach sein Medizin-Studium in Florenz ab, als 1996 seine Mutter verstarb: Er wurde im Betrieb gebraucht und übernahm die Geschäftsführung des Brauhauses Hans Sion.

Ihr Präsident ist sich sicher, dass die drei Freunde in der Session alle Jecken überzeugen werden. „Bei uns in der Bürgergarde sind sie äußerst beliebt“, sagt Markus Wallpott. „Ich wüsste keinen, der ihnen das nicht gönnen würde.“



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