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Riesensauerei

Gülle-Tank in Roggendorf geplatzt

Von Daniel Taab, 06.09.10, 23:18h, aktualisiert 07.09.10, 14:38h

Eine wahrlich anrüchige Angelegenheit im Stadtteil Roggendorf-Thenhoven: 20 Tonnen warme Schweinegülle verschmutzten großflächig sechs Hauswände, ergossen sich über sieben Fahrzeuge und zwei Anhänger mitsamt den Rasenmähern, die darauf geladen waren.

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Nach der Explosion eines Lasters voll Gülle kümmern sich Einsatztkräfte um die "Sauerei" in Roggendorf. (Bild: Gauger)
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Nach der Explosion eines Lasters voll Gülle kümmern sich Einsatztkräfte um die "Sauerei" in Roggendorf. (Bild: Gauger)
Köln-Roggendorf - Eine wahrlich anrüchige Angelegenheit im Stadtteil Roggendorf-Thenhoven: 20 Tonnen warme Schweinegülle verschmutzten gestern Morgen großflächig sechs Hauswände, ergossen sich über sieben Fahrzeuge und zwei Anhänger mitsamt den Rasenmähern, die darauf geladen waren. Auf der Berrischstraße war der Tank eines holländischen Lastwagens geplatzt. „Es gab einen lauten Knall, und schon war die halbe Straße mit einer Schlammschicht überzogen“, sagte ein Anwohner, der fassungslos auf die verdreckten Hausfassaden blickte.

Die Explosion in dem Gülle-Tank bescherte den Bürgern rund um die Berrischstraße genau um 7.31 Uhr einen mehr als unglücklichen Wochenstart. „Ich saß am Frühstückstisch, als es bei uns in der Wohnung auf einmal kräftig stank. Als ich aus dem Fenster schaute, konnte ich es nicht glauben“, sagte ein Nachbar.

Eine weitere Anwohnerin aus Thenhoven berichtete den Einsatzkräften: „Mein Mann war gerade Brötchen holen, als ich in der Küche saß und es plötzlich draußen dunkel wurde. Dann waren die Scheiben auch schon voller Schlamm.“ Ein Heizungsmonteur befand sich gerade auf dem Weg zu einem Termin. Er hatte den großen Gülle-Laster an einem Engpass auf der Berrischstraße vorbeigelassen, Sekunden später habe es geknallt: „Ich dachte zuerst, es wäre Teer gewesen.“ Sein Fahrzeug, so der Monteur, sei von der stinkenden Brühe glücklicherweise nicht erwischt worden.

Der Lastwagenfahrer aus Holland war mit seinem Gefährt auf dem Weg zu einem Feld in Pulheim. Doch mitten in Thenhoven wurde es der Gülle zu heiß, ein defektes Schauglas am Tank zersprang und die Fracht schoss unter großem Druck in einem hohen Bogen auf die Straße. „Die Ladung in dem Wagen war auf 70 Grad erhitzt“, sagte ein Feuerwehrmann.

Ein Großteil der Gülle sei dann in die Kanalisation geflossen und werde nun ganz normal in einem Kölner Klärwerk verarbeitet. „Das ist kein Problem. Es waren keine aktiven Keime mehr vorhanden, weil die Gülle pasteurisiert war“, so der Feuerwehrsprecher. Die Ableitung der Brühe sei in Absprache mit der Unteren Wasserbehörde und den Stadtentwässerungsbetrieben geschehen. Diese Absprache zog sich jedoch so lange hin, dass die Gülle an den Häusern unterdessen schon getrocknet war.

Mit rund 30 Kräften versuchte die Feuerwehr die Schlammschicht von Hausfassaden und Autos zu spritzen. Bei den Gebäuden gelang dies nicht vollständig. Mehrere Wände müssen neu gestrichen werden. Auch deswegen, weil durch die Hochdruckreinigung der Putz von manchen Wänden abplatzte. Die sieben mit Schlamm überzogenen Fahrzeuge konnten zwar weitgehend von der Wehr gereinigt werden. Doch die Gülle ist wohl auch in die Lüftungsanlage der Fahrzeuge geraten. „Da bleibt keine andere Wahl als die Fahrt in die Werkstatt“, glaubt ein Polizist, der den Autofahrern rät, sich mit der Versicherung des Lkw-Fahrers oder der betroffenen holländischen Firma in Verbindung zu setzen.



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