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DFB

Löw ist für Duelle mit „Kleinen“

Von Joachim Schmidt, 07.09.10, 07:00h, aktualisiert 07.09.10, 11:53h

Wenn die deutsche Nationalmannschaft Aserbaidschan in Köln empfängt trifft der Vierte der Weltrangliste auf die Nummer 105. Dass dies manch einen Vereinsvertreter in Rage versetzt kann man nur zu gut verstehen.

Joachim Löw
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Bundestrainer Joachim Löw: Sein Team bereitet sich auf das EM-Qualifikationsspiel am Dienstagabend gegen Aserbaidschan in Köln vor. (Bild: dpa)
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Bundestrainer Joachim Löw: Sein Team bereitet sich auf das EM-Qualifikationsspiel am Dienstagabend gegen Aserbaidschan in Köln vor. (Bild: dpa)
Köln - Wenn die deutsche Nationalmannschaft heute Abend die Auswahl von Aserbaidschan zum Qualifikationsspiel für die Europameisterschaft 2012 empfängt, hat der Vierte der Weltrangliste die Nummer 105 zu Gast. „Solche Länderspiele sind doch Kokolores! Aserbaidschan, Liechtenstein - da kann man auch gegen den FC Tegernsee spielen!“, erregte sich vor genau einem Jahr Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß mit Blick auf das damalige WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan.

Was ihn und manch andere Vereinsvertreter in Rage bringt, ist der durch viele Pflichtländerspiele aufgeblähte Terminkalender, der zulasten der Clubs geht, die jedoch die Spieler bezahlen müssen. Auch Oliver Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft, plädierte schon für eine Vorqualifikation. In ihr könnten die sogenannten „Kleinen“ in Hin- und Rückspielen zunächst gegeneinander antreten. Nur die dabei erfolgreichen Mannschaften kämen in eine Gruppenphase und würden dort gegen die etablierten Fußballnationen spielen.

Dagegen brach Bundestrainer Joachim Löw gestern eine Lanze für die kleinen Fußballnationen. Obwohl er eine Entzerrung des internationalen Spielkalenders befürwortet, will er dies nicht unbedingt auf Kosten der „Kleinen“ erzwingen. „Die leben von diesen Qualifikationsspielen, nicht nur sportlich, sondern auch finanziell“, sagte Löw gestern in Köln. Stattdessen sollte man Freundschaftsspieltermine wie vor vier Wochen, als ein Monat nach dem WM-Finale eine zweitklassige deutsche Auswahl in Dänemark antrat, abschaffen.

Während jetzt unter den 53 Mitgliedern der Europäischen Fußball-Union (Uefa) für die EM 2012 neben den Gastgeberländern Polen und Ukraine noch 14 Teilnehmer ermittelt werden, ist es für die WM 2014 in Brasilien ähnlich; da dürfen 13 europäische Länder teilnehmen.

Im Hinblick auf die EM 2016 in Frankreich dürfte sich das Qualifikations-Problem allerdings erledigt haben. Denn dann nehmen erstmals 24 Verbände am Turnier teil. Damit kann fast jedes zweite Uefa-Mitglied dabei sein. Damit würde es ausreichen, wenn Deutschland gegen Aserbaidschan oder Kasachstan - ebenfalls ein deutscher Gruppengegner für die EM 2012 - in Hin- und Rückspiel einen EM-Teilnehmer ermittelt.

So könnte der Terminkalender, wie von Joachim Löw gewünscht, entzerrt werden. „Denn die Qualität der Spieler würde unter zu vielen Spielen leiden“, warnt der Bundestrainer. Darüber hinaus bliebe den europäischen Mannschaften reichlich Zeit für interessante Vergleiche auf Augenhöhe.



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