Erstellt 08.09.10, 07:00h
Vor allem sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sollen die Gelegenheit bekommen, die unmittelbare Wirkung von Kunst als Impuls zur Selbstgestaltung zu erfahren. Zum „Kusch“-Projekt, das seit zwei Jahren von der Europäischen Union gefördert wird, fand jetzt das internationale Abschluss-Symposium im Werkhaus der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter statt.
Die Hochschule für Kunst und Gesellschaft entwickelt gemeinsam mit Künstlern und Wissenschaftlern denn auch individuelle, interkulturelle und mitwirkende Kunstprojekte für sozial und kulturell benachteiligte Kinder und Jugendliche mit europäischen Schulen zum Beispiel in Rumänien, Ungarn, Belgien und mit der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim. Die jungen Menschen sollen in Zusammenarbeit mit Profis aktiv in einer kulturübergreifenden Arbeit aktiv mit künstlerischen Aktionen den eigenen Lebensraum verändern.
„Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen“
Dafür wird der übliche Unterricht für ein bis zwei Wochen soweit wie möglich außer Kraft gesetzt, um „ein vertiefendes Eintauchen in den künstlerischen Prozess zu ermöglichen“, wie Professor Dr. Ulrika Eller-Rüter erklärte, der die künstlerische Gesamtleitung obliegt. Tag für Tag könne so intensiv geübt und „eine Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen bei den Beteiligten ermöglicht und beobachtet werden“.
Gerade Musik, Malerei, Grafik oder Theaterspielen fördern die Persönlichkeitsentwicklung und die Lernmotivation, sagen die Fachleute. Negative Selbstbilder könnten überwunden und so der Teufelskreis der Diskriminierung durchbrochen werden. Dies sei der grundlegende Gedanke des Projekts. Kunst im sozialen Brennpunkt stehe für einen Paradigmenwechsel: „Das Künstlerische soll jenseits von Kunstbetrieb und Exklusivität seine soziale Kraft für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen entfalten.“ Ziel ist „der authentische Selbstausdruck“, der Mut macht, Größeres anzupacken und auch Krisen auszuhalten. (jr)
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