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Zehn Millionen Euro

Gewerbesteuerquellen sprudeln stärker

Von Andreas Engels, 08.09.10, 07:03h

Die Gewerbesteuerquellen sprudeln stärker als erwartet. So darf sich Hürths Kämmerer über Mehreinnahmen in Höhe von zehn Millionen Euro freuen. In Erftstadt beträgt das Plus 2,4 Millionen Euro, in Brühl 2,3 Millionen.

RHEIN-ERFT-KREIS - Mit der verbesserten Wirtschaftslage haben die Zahlen aber ebenso wenig zu tun wie mit der Krise.

Nach einem deutlichen Einbruch bei der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr hatte der Hürther Kämmerer Dirk Ahrens-Salzsieder für dieses Jahr zurückhaltend kalkuliert. Der Haushaltsansatz für 2010 liegt bei 27,3 Millionen Euro, nach jüngsten Steuerschätzungen dürften die Einnahmen aber auf 37,3 Millionen Euro steigen. Im vergangenen Jahr war es noch umgekehrt: Der Kämmerer war von 30,3 Millionen Euro ausgegangen, am Ende fehlten aber acht Millionen Euro in der Kasse.

Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung spiegelt das Steueraufkommen nur bedingt wider. Gerade einmal 1,5 Millionen Euro der Mehreinnahmen in Hürth stammen aus Steuervorauszahlungen für das laufende Jahr. Der dickste Batzen sind Nachzahlungen aus zum Teil schon weit zurückliegenden Jahren.

Die Wirtschaftskrise werde sich frühestens in ein bis zwei Jahren im Stadtsäckel bemerkbar machen, schätzt Ahrens-Salzsieder. Eine Prognose für 2011 wagt er nicht: „Das wäre Kaffeesatzleserei.“ Überdies mildern die Mehreinnahmen, von denen nach Angaben des Kämmerers 60 Prozent an den Kreis gehen, die Haushaltsmisere nur ab. Im Hürther Etat klafft ein Loch von 18 Millionen Euro. Laufende Ausgaben müssen zum Teil schon über Krediten finanziert werden.

Brühls Kämmerer Dieter Freytag dämpft ebenfalls jede Euphorie über die zusätzlichen 2,3 Millionen Euro. „Das Geld ist nur geliehen, denn spätestens übernächstes Jahr werden dann die Schlüsselzuweisungen sinken.“

Mit einem spürbaren Plus rechnet man auch in Elsdorf. In Bergheim ist der Ansatz von 22 Millionen Euro schon erreicht, Tendenz steigend. In Bedburg, Frechen, Kerpen und Pulheim gehen die Kämmerer von Punktlandungen aus.

Am anderen Ende steht Wesseling. Kämmerer Bernhard Hadel hält es für sehr fraglich, ob die veranschlagten 17 Millionen Euro eingenommen werden. Im vergangenen Jahr musste sich die Stadt am Rhein mit 9,2 Millionen Euro Gewerbesteuern begnügen.



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