Von Ulrich Wolter, 08.09.10, 07:00h, aktualisiert 08.09.10, 14:43h
„Der Import von Gülle aus Holland nimmt in den letzten Jahren immer mehr zu“, weiß Franz-Josef Schockemöhle, Kölner Dienststellenleiter der Landwirtschaftskammer Rheinland in Auweiler. Die großen Ackerbaubetriebe im Raum zwischen Köln und Aachen brauchen Dünger, und den liefern die niederländischen Viehzüchter. Früher waren sie froh, wenn sie den Bauern nicht zu viel zahlen mussten, damit die ihnen die Gülle abnahmen. Das hat sich vor einigen Jahren völlig umgekehrt. „Steigende Preise für Rohöl bedeuten auch steigende Preise für Stickstoff und Mineraldünger“, erklärt Schockemöhle. Nun zahlen die Bauern für den Mist.
Genauere Zahlen liegen nicht vor, aber 2009 sollen die Niederlande rund 700.000 Tonnen Gülle exportiert haben. Davon gingen etwa 80 Prozent nach Deutschland, das meiste in die grenznahen Regionen in Nordrhein-Westfalen.
Ein Landwirt, der mit Flüssigmist düngen will, muss sich an die Landwirtschaftskammer wenden. Sie berechnet je nach Fruchtfolge, Boden- und Wasserverhältnissen auf den Äckern den speziellen Düngerbedarf und legt ein Kontingent für den Hof fest. Damit kann der Bauer beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz eine Importgenehmigung beantragen. Die Gülle muss vor der Einfuhr erhitzt und keimfrei gemacht werden, aus seuchenrechtlichen Gründen darf sie trotzdem nicht von Betrieben mit Klauentierhaltung stammen.
Schweinegülle ist gut geeignet für den Betrieb von Biogas-Anlagen. Die geplante Anlage am Randkanal Nord soll aber ohne auskommen. Zu dem Mais, der dort verarbeitet werden soll, werden zehn Prozent Pferde- oder Rindermist aus der Umgebung gemischt, berichtet Ronja Walther von der Rheinenergie, also eine oder zwei Lieferungen pro Woche.
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