Von Martin Sauerborn, 08.09.10, 23:20h
Des Rätsels Lösung bescherte Klinger im Juni vergangenen Jahres zugleich ein mehr als interessantes Geschenk. Denn der Anrufer bot ihm das „Kobese Krüx“ zum kostenlosen Abtransport und anschließenden Verwahrung an. Ein Angebot, das Klinger nicht ausschlagen konnte, handelte es sich doch um ein rund 230 Jahre altes Sandstein-Wegekreuz, welches in Mondorf seit nunmehr 55 Jahren als verschollen galt.
Wie aber kam der anonyme Anrufer aus Bonn in den Besitz des Kreuzes? Er war als Lehrling einer Baufirma zugegen, als das vermutlich privat gestiftete Jakobuskreuz (Kobes ist die mundartliche Form von Jakob) im Zuge einer Wohnbebauung im Jahr 1955 seinen Standort gegenüber der Gaststätte „Zur Börsch“ aufgeben musste. Der Lehrling bewahrte das steinerne Kunstwerk schließlich davor, auf dem Schutt zu enden und bewahrte es anschließend in seinem Garten auf.
Nun liegt das Kreuz in Klingers Garten und wartet auf seine neue Bestimmung. Bis zu seinem Abbruch war es laut Hermann Sanke wohl Bestandteil der Laurentiusprozession zu Ehren des Namenspatrons der katholischen Pfarrgemeinde. Sanke, ehemaliger Leiter der Grundschule Mondorf, wusste zu berichten, dass es zwischen Oberdorfstraße und Rhein vier Stationen für diese Prozession gegeben hat - eine davon vor dem Gasthaus „Zur Börsch“.
„Leider ist der Sockel des Kreuzes und somit seine Inschrift verloren gegangen. So wissen wir weder, wer das Krüx gestiftet hat, noch wann genau er es aufgestellt hat“, bedauert Roland Klinger. Was er dagegen sicher weiß, ist, dass das Jakobuskreuz nicht an seinen alten Platz zurückkehren kann: „Der ursprüngliche Standort befindet sich heute auf einem bebauten Privatgelände und vor dem Gasthaus steht ein anderes Kreuz.“
Klinger sucht deshalb nun nach einem geeigneten neuen Standort für das in drei Teile zerbrochene historische Kleinod. „Die Restauration ist laut Steinmetz kein Problem, der neue Platz schon“, sagt Klinger. Nach ersten Beratungen, favorisieren der umtriebige Heimatforscher und der Bürgerverein Mondorf einen Platz am Alten Gemeindehaus. „Meiner Ansicht nach passt der Durchgang zum Friedhof als neuer Standort optimal“, meint Klinger.
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