Von Claus Boelen-Theile, 09.09.10, 09:21h, aktualisiert 09.09.10, 09:22h
„Wir haben ein eigenes Finanzierungskonzept erarbeitet und im Rathaus eingereicht“, berichtet Frank Standfuß, Vorstandsmitglied von DJK Montania Kürten, von der jüngsten Entwicklung. 50 000 Euro als Kredit und weitere 50 000 Euro aus Spenden und Sponsorengeldern will der B-Ligist an Eigenmitteln in das 670 000-Euro-Projekt einbringen. Ob dafür grundsätzlich eine Bürgschaft der Gemeinde Kürten benötigt werde, sei noch offen, sagt Standfuß. Hinzu kommen wie bisher die Gelder aus dem Konjunkturpaket II sowie aus Sport- und Schulpauschale. Die bislang eingeplanten 70 000 Euro von Rot-Weiß Olpe (aus dem Fördertopf der Konjunkturmittel) geben die Kürtener hingegen ans Nachbardorf zurück. „Wenn die Olpener einen eigenen Kunstrasenplatz bauen, wollen wir das nicht verhindern“, erklärt Standfuß. Niemand solle unter Druck zu einer Fusion getrieben werden. Die DJK plane weiterhin, einen Kunstrasenplatz mit Tartan-Laufbahnen zu bauen. Ein erster Spatenstich solle zum Jahresende erfolgen, der eigentliche Platzbau nach Saisonende im Frühjahr. „Wir müssen zwingend 2011 damit fertig sein“, erklärt Standfuß. Ein „richtiger“ Baustart schon in diesem Winter mache deshalb keinen Sinn.
Die zweite Neuigkeit kommt aus der Politik: Nach der Fraktionssitzung am Dienstagabend ist die CDU auf das doppelte Kunstrasen-Projekt eingeschwenkt. In einem Antrag für die Ratssitzung am 15. September wird die Gemeinde gebeten, das Montania-Konzept wohlwollend zu prüfen, „ohne hierdurch Planungen und Überlegungen des SSV Rot-Weiß Olpe zu behindern oder zu beschweren“. Vorausgesetzt, die Finanzierung für die Kürtener Anlage gelinge, solle der Kürtener Gemeinderat den Empfehlungen des Hauptausschusses aus der vergangenen Woche (Entzug des Nutzungsrechts für den Olper Platz und Umwidmung zu Bauland) nicht folgen. Ziel der CDU: Der Olper Sportverein soll frei entscheiden können über einen Zusammenschluss mit Montania Kürten und über den geplanten Kunstrasenplatz. „Unter dem Vorbehalt der Vorlage eines schlüssigen Finanzierungskonzeptes und der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden werden beiden Vereinen die benötigten Sicherheiten (Nutzungsverträge oder Bürgschaften) in Aussicht gestellt.“ Im Bedarfsfall sollten „wirtschaftlich nicht belastende Sicherheiten“ auch anderen Kürtener Sportvereinen gewährt werden, heißt es in dem Antrag. „Wir haben seit Dienstag eine neue Faktenlage“, begründet der Fraktionsvorsitzende Dietrich Quack. Er hoffe darauf, dass die übrigen Fraktionen dies ebenfalls so sähen und den Antrag unterstützten. Die Kürtener Politiker, und damit meint Quack auch die der anderen Farben, verstünden sich grundsätzlich als Wegbereiter, nicht als Verhinderer des Kunstrasenprojekts.
Mit Eingang des Montania-Konzepts wird im Kürtener Rathaus neu gerechnet: Ist das Finanzkonzept tragfähig? Es geht konkret um die Genehmigung der Kommunalaufsicht, die die Gemeinde benötigt. Schon morgen will Kämmerer Willi Hembach dazu erste Zahlen den Aufsichtsbehörden präsentieren. „Da wird es zunächst nur um das Finanzielle gehen“, sagt er. Alles andere - etwa benötigte Sicherheiten - werde man zunächst außen vor halten. Für die Gemeinde sei die Anlage im Ortskern eine „große Investition“, die jetzt ohne die Vereinsfusion zu leisten sei. Die Auslastung des Platzes sei deshalb eine wichtige Größe für die Kommunalaufsicht. Auch daran arbeite die Verwaltung. Offen ist bislang, was aus der von der Kommunalaufsicht eingeforderten Bebauung des Olper Platzes wird. Weil die aufgesparte Sportpauschale vollständig für den Kunstrasenplatz in Kürten verwendet werde, fehle sie für mittelfristig anfallende Sanierungsarbeiten in den Turnhallen, erklärt der Kämmerer.
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