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Stadtplanung

Stadtbaurat: „Feuer frei für Gespräche“

Von Bernd F. Hoffmann, 09.09.10, 07:06h

Die Stadt Bergisch Gladbach sucht den Dialog - Eine „Zukunftsmesse“ soll Themen wie demographischer Wandel, Wohnen der Zukunft und die Identität der Stadtteile behandeln. Die Bürger sind eingeladen, sich an der Ideenfindung zu beteiligen.

BERGISCH GLADBACH - „Man nehme zwei Eier, ein Pfund Mehl und eine Prise Salz“, würde wohl Dr. Oetker empfehlen. „Doch ein Stadtentwicklungskonzept ist eben kein Backrezept“, betont Stadtbaurat Stephan Schmickler.

Vielmehr, so der Baurat, gehe es darum für die Zukunft Bergisch Gladbachs ungünstige Entwicklungen zu vermeiden und neue Prozesse in Gang zu setzen. Den Auftakt für diese hehre Absicht bildet einen „Zukunftsmesse“, die am 15. September, von 16 bis 19 Uhr im Ratssaal Bensberg stattfindet.

Dabei soll es um Themen wie demographischer Wandel, Wohnen der Zukunft oder die Identität von Stadtteilen gehen. Die Messe soll aber auch so etwas wie eine offene Infobörse sein, bei der die Bevölkerung ihre Wünsche, Ideen und Anregung einbringt.

Zudem wird das von der Stadt beauftragte Dortmunder Büro „Planersocität“ seine bisherigen Untersuchungen vorstellen. „Wir haben bereits seit dem Frühjahr viel mit den Beteiligten vor Ort gesprochen“ , erklärte Geschäftsführer Marc Lucas Schulten. In seiner bisherigen Bestandsanalyse sieht Schulten in Sachen Bergisch Gladbach sowohl Positives als auch Negatives. Auf der Habenseite verbucht Schulten eine gute soziale Infrastruktur und Wohnqualität. „Doch bisher profitierte die Stadt auch von den Familien, die aus Köln hierhin gezogen sind“, so der Diplom-Ingenieur. Künftig aber, mahnt Schulte, könne sich die Bergisch Gladbach darauf nicht mehr verlassen: „Köln will selbst junge Familien an sich binden.“ Das riesige Neubaugebiet im vorher eher dörflichen Kölner Stadtteil Widdersdorf ist da nur ein aktuelles Beispiel.

Doch die Stadt dürfe nicht den Fehler machen, jetzt einfach neue Baugebiete zu erschließen, betont Schulten: „Es geht hier um mehr Qualität und nicht um mehr Quantität in den Stadtteilen.“ Das bedeute in der Praxis, die Infrastruktur in den Stadtteilen zu verbessern. „Ältere Leute wollen lieber weiterhin in in den Stadtteilen wohnen bleiben, als in ein Altenheim in der Stadt zu ziehen“, erläutert Schulten.

Auch Schmickler sieht die Herausforderung darin, eher bestehendes Potenzial zu binden. „Leer stehende Neubaugebiete möchte ich bei uns nicht erleben“, sagt er. „Feuer frei für Gespräche“, fordert der Stadtbaurat deshalb für die Zukunftsmesse, der dann im November eine zweitägige „Zukunftskonferenz“ folgen soll. Diese soll in das „Integrierte Stadtentwicklungkonzept“ (ISEK 2030) münden.

Dieses Konzept wiederum bildet die Grundlage für den neuen Flächennutzungsplan, der im Herbst 2011 vorgelegt werden soll.

Dass der Plan dringend ein „Update“ benötigt, wissen alle Beteiligten - der bestehende stammt nämlich aus dem Jahr 1978.



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