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CDU-Basis

Laschet: „Rhein-Berg geht vor“

Von Guido Wagner, 09.09.10, 12:54h

Besuch bei der rheinisch-bergische CDU-Basis: Punkten wollte Armin Laschet bei den Christdemokraten, um möglichst viele Unterstützer für die im Herbst anstehende Landesvorsitzendenwahl zu bekommen.

Armin Laschet
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Kämpferisch für NRW gab sich Armin Laschet bei der Auseinandersetzung mit Rhein-Bergs CDU-Basis in Burscheid. (Foto: Wagner)
Armin Laschet
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Kämpferisch für NRW gab sich Armin Laschet bei der Auseinandersetzung mit Rhein-Bergs CDU-Basis in Burscheid. (Foto: Wagner)
RHEIN-BERG - Für die rheinisch-bergische CDU-Basis hat Armin Laschet sogar die Einladung zu einer DFB-Talkrunde vor dem Fußballländerspiel Deutschland - Aserbaidschan abgesagt. „Der Rheinisch-Bergische Kreis geht vor“, eröffnete der gebürtige Landespolitiker den bergischen CDU-Mitgliedern in Burscheid. Punkten wollte der Aachener CDU-Kreisvorsitzende bei den bergischen Christdemokraten, um möglichst viele Unterstützer für die im Herbst anstehende Landesvorsitzendenwahl zu bekommen, bei der er gegen Bundesumweltminister Norbert Röttgen antritt.

„Wichtig ist, dass sich viele Mitglieder beteiligen“, ermunterte Rhein-Bergs Kreisvorsitzender Rainer Deppe. Und: „Wir müssen wieder lernen, politisch zu diskutieren.“

Abseits der Applaus-Stoppuhren der Regionalkonferenzen, bei denen sich Laschet und Röttgen derzeit landesweit im direkten Vergleich messen, markierte Laschet in Burscheid in aller Ruhe seine Schwerpunkte etwa in der Integrations- und Familienpolitik. Diese seien auch für die zunehmend unter Fachkräftemangel leidende Wirtschaft von zentraler Bedeutung.

Dass der ehemalige NRW-Minister für Generationen, Familien, Frauen und Integration bei der Analyse der Landtagswahl-Niederlage vom 9. Mai allerdings rasch auf die Bundespolitik zu sprechen kam, reizte manchen im Saal zu kritischer Nachfrage. Was denn mit den „hausgemachten Fehlern“ sei, wollten CDU-Mitglieder wissen und Laschet versprach eine offene Auseinandersetzung. „Wir haben derzeit in Düsseldorf eine Minderheitsregierung, die jeden Tag auseinanderbrechen kann“, versuchte er zu verdeutlichen, dass schnell ein Nachfolger für Jürgen Rüttgers als CDU-Landeschef gefunden werden müsse. Und: Dass es gut sei, jetzt einen zu haben, der 100 Prozent seiner Arbeit NRW widme - und „notfalls auch gegen Berlin“ für NRW-Interessen kämpfe.

Dabei sei das Amt des NRW-CDU-Chefs stets auch ein bundespolitisches, schließlich stelle der Landesverband ein Drittel der CDU-Mitglieder. „Wo soll denn die Erneuerung herkommen, wenn nicht aus NRW? Doch nicht aus Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Laschet und ergänzte rasch, dass er den Landesverband dort sehr schätze.

In Sachen Bildung wetzte er das rhetorische Messer unterdessen derart auf die von der SPD propagierte Gemeinschaftsschule, dass er sich von der Basis fragen lassen musste, ob denn die CDU nur gegen etwas sei und kein eigenes Konzept habe. Laschet versprach, Bewährtes aus der landespolitischen Arbeit der vergangenen fünf Jahre weiterzuentwickeln.

Mit Norbert Röttgen verbinde ihn übrigens eine enge Freundschaft, so Laschet, und er hoffe, „dass diese Freundschaft nach unserem Wahlkampf auch wieder auflebt“.

Mit lang anhaltendem Applaus bedachten die rund 70 Anwesenden den Kandidaten. „Wir unterstützen Sie gerne, denken aber, dass wir über einige Punkte offen diskutieren müssen“, gab CDU-Mitglied Detlef König ihm mit auf den Weg. Am Montag, 20. September, kommt Laschets Konkurrent um den Landesvorsitz in den Ratssaal nach Bensberg. Dort stellt sich Norbert Röttgen um 20 Uhr der bergischen CDU-Basis. „Denn wir haben ja zwei super Kandidaten zur Auswahl“, verabschiedete Kreisparteichef Deppe die Mitglieder am Dienstagabend.



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