Von Lars Heyltjes, 10.09.10, 07:00h
Die Gegend um Altenberg zieht mit ihrer einladenden Landschaft viele Motorradfahrer an. Darunter leiden die Anwohner, die teilweise empfindlich in ihrer Ruhe gestört werden. Schwere Unfälle entlocken ihnen teils nur noch sarkastische Kommentare. Kühner wohnt an der Bergstraße und kennt die Problematik: „Es sind die schwarzen Schafe, die diesen Krach erzeugen. Dabei handelt es sich vielleicht um fünf Prozent aller Motorradfahrer“, so der Freidemokrat.
Dieser schwindend geringe Prozentsatz verfügt über Schalldämpfer, die ordentlich „Rumms“ machen. Steht eine TÜV-Prüfung an, schrauben die Fahrer die vorgeschriebene Anlage kurzzeitig wieder an. Wer erwischt wird, muss lediglich ein Verwarngeld von 25 Euro zahlen.
Das Bundesimmissionsschutzgesetz schreibt nun vor, dass bis zum 18. Juli 2013 jede Kommune einen Lärmaktionsplan für ihre Hauptstraßen aufzustellen hat. Odenthal beabsichtigt, diesen Auftrag im Rahmen eines bundesweiten Modellprojektes umzusetzen. Finanzielle Unterstützung bieten die Förderangebote des Landesministeriums.
Das Gesetz unterteilt jede Kommune in bebaute und ruhige Gebiete sowie die Umgebung von Schulen und Krankenhäusern. Der Pegel wird gemessen. Gesucht werden belästigende und gesundheitsschädliche Geräusche, die von Menschen verursacht werden. Kühner bezog probeweise Stellung am alten Schulhaus in Blecher und erhielt interessante Werte: „Obwohl am Wochenende der Lkw-Verkehr entfällt, ist es teilweise lauter als unter der Woche.“ Der Rekord liegt bei 142,7 Dezibel (dB) - die Schmerzgrenze laut Literatur bei „nur“ 120 dB.
Etwas leiser geht es an der Dhünn-Talsperre und auch im Helenental zu. Hier vermutet Kühner die Ruhegebiete. Er will den Fluglärm mit in die Messungen einbeziehen: „An der Talsperre hört man ein Flugzeug zwei, drei Minuten, im Gemeindegebiet nimmt man es vielleicht kaum wahr.“
Wenn die Ergebnisse kartiert sind, werden Maßnahmen zum Schutz der Anwohner geplant. Dann prallen private Interessen aufeinander: „Nicht jeder akzeptiert einen Lärmschutzwall vor seinem Haus, da das Grundstück an Wert verlieren könnte“, erinnerte sich Ulrike Dahmer (CDU) an zarte Gehversuche vor der eigenen Haustüre in Osenau. Die Umsetzung der Maßnahmen ist neben der Finanzierung das eigentliche Problem, da alle Bürgerinteressen zu berücksichtigen sind. Eine Flut an Einsprüchen ist zu erwarten. Er habe Kenntnis von diesen Problem in Neu-Isenburg in Hessen, so Kühner, dem ein entsprechender Brief vorliegt.
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