Von Dirk Böttger, 29.09.10, 07:00h
Einer der einfachsten Wege zum ausgedruckten Foto führt nach wie vor über den Fachhandel. In vielen Geschäften finden sich so genannte Bestellterminals, die das Bildmaterial von Speicherkarte, CD / DVD oder USB-Speicher auf einem Bildschirm anzeigen und Schritt für Schritt durch den Bestellvorgang führen. Der Vorteil liegt in der einfachen Bedienung und in der Unterstützung durch den Fachhändler, der bei Problemen und Fragen zurate gezogen werden kann. Ein weiteres Plus ist die Schnelligkeit dieser Bestellart, denn je nach System können die Bilder unmittelbar nach der Bestellung über einen angeschlossenen Fotodrucker ausgegeben werden oder die Abzüge liegen nach einer chemischen Entwicklung nach einer Stunde vor.
Die Bestellsoftware spielt die zentrale Rolle
Etwas mehr Geduld muss bei der Fotobestellung über das Internet aufgebracht werden. Über diesen Weg erhält man die fertigen Abzüge nach drei bis fünf Tagen. Dafür kann man den gesamten Bestellvorgang bequem von Zuhause aus erledigen. Die fertigen Fotos können wahlweise an einer Abholstation in der Nähe wie beispielsweise einem Supermarkt abgeholt oder gegen Aufpreis per Post direkt nach Hause geliefert werden.
Bei beiden Wegen der Bildbestellung spielt die Bestellsoftware eine zentrale Rolle. Diese ist entweder als Onlineversion verfügbar oder kann als kostenloser Download auf den Computer herunter geladen werden. Mit Hilfe dieses Programms erfolgt dann die Auswahl des Druckmediums wie beispielsweise glänzendes oder mattes Papier, beziehungsweise die Festlegung der Anzahl und Größe der einzelnen Abzüge. Bei der Wahl der Größe warnt die Software, falls die Bilddaten zu klein sind und dadurch nur mangelhafte Abzüge entstehen.
Die maximal mögliche Größe eines Fotos ist von der Anzahl der Megapixel abhängig mit denen es fotografiert wurde. Ein Foto aus einer Zehn-Megapixel-Kamera setzt sich beispielsweise aus 3648x2736 Pixeln zusammen. Diese Menge reicht aus, um das Bild in bester Qualität auf 20x30 Zentimeter zu vergrößern. Mit einigen Qualitätsabstrichen können noch Poster bis zur Größe 60x40 Zentimeter entwickelt werden. Eine Übersicht zu Megapixeln und Druckqualität finden Sie in der Tabelle.
Eine weitere notwendige Einstellung, über die man sich zu analogen Zeiten keine Gedanken machen musste, ist die des Bildformats. Das klassische Kleinbild Negativ- und Diaformat betrug 24x36 Millimeter, was einem Seitenverhältnis von 2:3 entspricht und dem entsprechende Fotoformate wie 10x15 oder 20x30 Zentimeter vollständig ausfüllt. Während digitale Spiegelreflexkameras weiter im etablierten Seitenverhältnis fotografieren, speichern die meisten kompakten Digitalkameramodelle die digitalen Bilddaten im Format 4:3. Dies ergibt ungewöhnliche Bilderformate, beispielsweise von 10x13 Zentimetern. Soll dieses nun auf ein klassisches Format wie 10x15 Zentimetern ausbelichtet werden, gibt es zwei Möglichkeiten: Da das Bild schmaler ist, entstehen entweder schwarze oder weiße Balken an zwei Bildrändern oder das Foto wird vergrößert, wobei dann an zwei Bildrändern Motivteile zwangsläufig weggeschnitten werden.
Es ist also wichtig, in Erfahrung zu bringen, ob der Dienstleister, bei dem Bilder bestellt werden sollen, das digitale Fotoformat unterstützt oder ob im klassischen Fotoformat entwickelt wird und, wenn letzteres zutrifft, vergrößert oder mit Balken gearbeitet wird. Einige Dienstleister ermöglichen sogar die Wahl zwischen Original- beziehungsweise Digitalformat und dem klassischen Fotoformat. Selbst in einer Bestellung können die verschiedenen Formate gemischt werden.
Das Hauptproblem beim Bestellen von Fotos besteht jedoch in der Wiedergabe der Farben. Oft zeigt der ausbelichtete Abzug nicht die Farben, die bei der Betrachtung am eigenen Computerbildschirm wahrgenommen wurden. Der Grund für diese Fehlfarben liegt nicht etwa beim Dienstleister, der die Bilder belichtet, sondern allzu oft am eigenen heimischen Monitor. Obwohl dieser am Computer angeschlossen ist, führt er ein „Eigenleben“. Mit anderen Worten, wenn am Monitor die Helligkeits-, Kontrast oder Farbeinstellungen verändert werden, bekommt der Computer über diese Veränderungen keine Rückmeldung.
Die Folge: Obwohl das Bild auf dem Monitor mit den richtigen Farben und kräftigen Kontrasten angezeigt wird, ist die Bilddatei flau und kontrastarm. Alles also eine Frage der richtigen Einstellung, und diese übernimmt das so genannte Farbmanagement. Zentrales Element des Farbmanagements ist die Kalibrierung des Monitors, damit dieser die Farben anzeigt, die auch tatsächlich in der Bilddatei vorhanden sind. Bei der Kalibrierung des Monitors vergleicht ein spezielles Messgerät die Farben, die der Monitor zeigt, mit den durch einen internationalen Standard festgelegten vergleichbaren Farbwerten und schreibt die Abweichungen in ein so genanntes Monitorprofil. Dieses wird bei Hochfahren des Computers geladen und von diesem Zeitpunkt an entsprechen die Farben auf dem Bildschirm, den Farben des digitalen Fotos. Das Kalibrieren des Monitors sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen, denn im Laufe des Alterungsprozesses verfärbt der Monitor zusehens. Geräte für die Monitorkalibrierung, der Datacolor Spyder, der Pantone huey oder der x-Rite Colormunki, sind ab 79 Euro aufwärts erhältlich. Sie rentieren sich aber schnell, wenn häufiger Bilder bestellt oder auch daheim ausdruckt werden.
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