Von Carsten Schultz, 03.11.10, 07:00h
Die alte Brücke hält nicht nur 12 Tonnen Belastung aus, wie es bisher Schilder auf dem Kutschenweg kurz vor dem Plateau ausweisen, sondern locker 24 Tonnen und in Ausnahmefällen auch mal 30 Tonnen. Das ergaben Untersuchungen von Experten der Ingenieurgesellschaft für experimentelle Mechanik (ifem). „Wir sind sehr erfreut“, sagte Drachenfelsprojektleiter Ägidius Strack. Die hohe Belastungsfähigkeit der Bahnbrücke erspart eine teure Behelfskonstruktion und spart vor allem Zeit. Wie berichtet, muss der Abriss des Betonbaus wegen Naturschutzauflagen bis Februar beendet sein. Der gesamte Baustellenverkehr muss über den schmalen, mitten durchs Naturschutzgebiet Siebengebirge verlaufenden Kutschenweg und damit über die alte Gewölbebrücke abgewickelt werden.
Ein roter Stahlrahmen, der fest mit der Brücke verankert und mit Hydraulikzylindern ausgestattet war, simulierte bei dem Belastungsexperiment einen Lkw. Während die Fachleute den Druck nach und nach erhöhten, konnten sie über Sensoren und PC-Programme messen, wie sich die Brücke dehnt und verformt und ob sie wieder in ihre Ausgangsposition zurückgeht. „Wir tasten uns langsam vor“, sagte Gerd Kapphahn von der ifem. Nach seinen Angaben wurde die Technik vor rund 20 Jahren in einem Forschungsprojekt der Hochschulen Berlin, Leipzig, Weimar und Dresden entwickelt. Sie eigne sich beispielsweise bei alten Brücken und wenn es keine Unterlagen mehr gibt, anhand derer man die Belastungsfähigkeit berechnen kann.
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