Von Anika Steinbrenner, 06.09.10, 15:30h
Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hatte daher den Autobahnabschnitt zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Ost und Leverkusen am Samstag ab 16 Uhr für mehr als 24 Stunden gesperrt. Autofahrer, die auf dem Kölner Ring unterwegs waren mussten vor allem eines mitbringen: Geduld.
Wegen der Vollsperrung musste der gesamte Fernverkehr auf den West- und Südteil des Autobahnrings ausweichen. Auf der A 1 sowie der A 4 kam es vor allem am Sonntag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Staus mit bis zu 20 Kilometern Länge.
Die Bauarbeiten verliefen dagegen reibungslos. "Die Bauarbeiter haben die ganze Nacht gearbeitet. Bisher ist alles gut gelaufen", erklärte Laurez Braunisch vom Landesbetrieb Straßenbau NRW gestern Nachmittag. Drei Ersatzbrücken stehen nun: Neben der Autobahnbrücke für Fußgänger am Flachsroster Weg, der Brücke für Autofahrer an der Anschlussstelle Köln-Mülheim sowie der Autobahnbrücke Berliner Straße, Höhe Weidenbruch. Zeitgleich wurden mehrere Kanalarbeiten erledigt und zwei Verkehrszeichenbrücken abmontiert.
"So ruhig habe ich die Autobahn noch nie erlebt. Das können die ruhig öfter machen", scherzte eine Anwohnerin, die sonst unter dem Lärm der Autobahn zu leiden hat. Zusammen mit zahlreichen Schaulustigen beobachtete sie fasziniert, wie schnell die Bauarbeiter die Brückenpfeiler für die Ersatzbrücke an der Berliner Straße errichteten. Bereits wenige Stunden nach der Vollsperrung konnten die ersten Brückenteile mit Kränen aufgesetzt werden. Spätestens in vier Wochen sind die Brücken dann begehbar.
"Dass es auf der Autobahn-Umleitung zu Verkehrsbehinderungen kommen würde, war abzusehen, da diese für ein solches Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt, ist", so Braunisch. Der Kölner Autobahnring ist eine der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben Europas - für den Ausbau sind insgesamt Investitionen von einer halben Milliarde Euro erforderlich.
"Der Ausbau zwischen den Anschlussstellen Dellbrück und Mülheim ist der schwierigste Teil, da die Autobahn hier am engsten ist und es keinen Standstreifen gibt", erklärte Jürgen Hermanns, der stellvertretende Leiter der Straßen-NRW-Niederlassung Köln. Bis Herbst 2012 soll der Ausbau in diesem Abschnitt abgeschlossen sein. Bis dahin wird die A 3 noch vier Mal gesperrt. Die nächste Sperrung ist bereits in vier Wochen, am ersten Oktoberwochenende. Dann werden die alten Brücken, die für die ausgebaute Autobahn zu kurz wären, abgerissen und durch längere ersetzt. "Die Brücke Berliner Straße wird aber erst im Februar 2011 abgerissen. So lange braucht die KVB, um auf der Behelfsbrücke Gleise für die Straßenbahnlinie 4 zu verlegen", so Braunisch.
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