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Verbrechen vermutet

Fieberhafte Suche nach Mirco

Erstellt 06.09.10, 18:04h, aktualisiert 07.09.10, 16:05h

Auch am Tag drei nach Mircos Verschwinden suchen 300 Polizisten die Gegend nördlich von Mönchengladbach ab. Denn Zeugen hatten einen dunklen Wagen genau an der Stelle beobachtet, an der Mircos Fahrrad entdeckt wurde.

Die Suche nach Mirko
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Absperrband der Polizei kennzeichnet den Fundort eines Fahrrades, das dem vermissten Jungen aus Grefrath gehört. (Bild:dpa)
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Absperrband der Polizei kennzeichnet den Fundort eines Fahrrades, das dem vermissten Jungen aus Grefrath gehört. (Bild:dpa)
Grefrath - Kopfweiden, Wiesen, Felder: Mitten in der idyllischen Landschaft des Niederrheins vermutet die Polizei den Ort eines schrecklichen Verbrechens: Der zehnjährige Mirco aus Grefrath ist auch am Montag wie vom Erdboden verschluckt geblieben. Am Tag drei nach seinem Verschwinden durchkämmen erneut 300 Polizisten die Gegend nördlich von Mönchengladbach, versuchten Fährten-Spürhunde vergeblich, die Witterung zu Mirco wieder aufzunehmen. "Die ganze Situation spricht für ein Gewaltverbrechen", sagt ein Polizeisprecher deutlich.

Zeugen hatten einen dunklen Wagen, womöglich einen Kombi, genau an der Stelle beobachtet, an der später Mircos Fahrrad entdeckt wurde. Der Schüler war auf dem vier Kilometer langen Nachhauseweg von einer Skateboard-Anlage in Grefrath-Oedt verschwunden. Im fraglichen Zeitraum wollen Zeugen das verdächtige Auto an der ungewöhnlichen Stelle an einem Feldrand gesehen haben, wo sonst normalerweise keine Autos parken.

Bis etwa fünf Kilometer vom Fundort des Fahrrads entfernt hatten spezielle Spürhunde Mirco noch gewittert, dann reißt die Spur ab. Es sei dabei durchaus möglich, dass Mirco die Strecke bereits in einem Auto zurückgelegt habe, sagt die Polizei. Seine Familie, ein christliches, sehr gläubiges Elternhaus, wird unterdessen psychologisch betreut. "Der Junge und die Familie sind völlig unauffällig gewesen. Der Junge ist auch noch nie ausgerissen, es gibt auch keinen erkennbaren Anlass dafür", berichtet die Polizei.

An der Stelle, an der sein grasgrünes Fahrrad lag, fanden sich keine Kampfspuren. Das Flüsschen Niers ist in dieser Gegend so flach, dass es nicht einmal mit Tauchern abgesucht werden musste um davon ausgehen zu können, dass der Junge wohl auch nicht ertrunken ist.

Bedeckt halten sich die Ermittler zum Handy des Jungen. Bislang gelang offenbar keine Ortung. Dass dies an einem überlasteten Mobilfunk-Netz wegen eines großen Rockkonzerts im nahen Nettetal gelegen haben könnte, weist die Polizei aber als "Unfug" zurück.

Inzwischen gingen sehr viele Hinweise aus der Bevölkerung ein, heißt es. Besonders solche auf das dunkle Auto am Feldrand interessiert die Sonderkommission. Die Zeugen, die den verdächtigen Wagen beobachteten, hatten keinen Hinweis auf das Kennzeichen geben können.

Der Zeitraum, an dem das Auto gesichtet wurde, deckt sich mit der Zeit, in der der Junge am Freitagabend verschwand. Seine Mutter hatte ihm noch ausgerichtet, dass es schon spät und höchste Zeit sei, nach Hause zu kommen. Mirco hatte am Abend noch einen Freund nach Hause gebracht. Als ihn die Bitte seiner besorgten Mutter erreichte, soll er sofort losgefahren sein.

Dabei habe er einen Wander- und Radweg in einem Erholungsgebiet entlang der Niers benutzt. Dort fanden die Ermittler später auch das Fahrrad des Jungen.



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