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Radikaler Plan

Koran-Verbrennung sorgt für Entsetzen

Erstellt 08.09.10, 16:01h

Die Pläne des radikalen Pastors aus Florida, am 11. September öffentlich den Koran zu verbrennen, haben weltweit Entsetzen und Empörung ausgelöst. Die USA gehen auch davon aus, dass durch diese Aussagen US-Soldaten in Gefahr geraten könnten.

David Petraeus
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Nach Ansicht von General David Petraeus könnte eine öffentliche Koran-Verbrennung in den USA den US-Soldaten im Ausland „erhebliche Probleme“. (Bild: dpa)
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Nach Ansicht von General David Petraeus könnte eine öffentliche Koran-Verbrennung in den USA den US-Soldaten im Ausland „erhebliche Probleme“. (Bild: dpa)
KABUL/WASHINGTON - Die US-Regierung ist empört über die geplante öffentliche Koran-Verbrennung durch eine kleine fundamentalistische Kirchengemeinde in Florida. Dies sei eine Provokation und zeige Respektlosigkeit gegenüber einer Religion, sagte Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley. Er hoffe, dass die Gemeinde von ihrem Plan doch noch abrücken wird.

Zugleich betonte Crowley, dass es sich um eine extrem kleine Gemeinde in der Stadt Gainesville in Florida handele. Die Welt dürfe Amerika "nicht an der Aktion eines Pastors oder 50 Anhänger" messen, meinte Cowley.

Vor der geplanten Koran-Verbrennung am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hatte der Kommandeur US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, gewarnt. Er fürchtet, dass die Aktion amerikanische Soldaten in Gefahr bringen könnte.

Unterdessen sprachen sich religiöse Führer in Washington gegen die Aktion der kleinen Gemeinde Dove Outreach Center aus. Es handele "besonders ungeheuerliches" Vorhaben, das man aufs schärfste verurteilen müsse, meinten muslimische, christliche und jüdische Vertreter.

Steigende Welle von Angst und Intoleranz

Zugleich mahnten sie religiöse Toleranz in den USA an. Sie verurteilten eine "steigende Welle von Angst und Intoleranz" in den USA, hieß es mit Blick auf jüngste Proteste gegen den geplanten Bau eines muslimischen Kulturzentrums in der Nähe der Anschläge vom 11. September in New York.

Das evangelikale Dove World Outreach Center hat den 11. September zum "Internationalen Tag der Koran-Verbrennung" erklärt. Die Gemeinde wolle mit der Aktion der Opfer der Terroranschläge vor neun Jahren gedenken und dem radikalen Islam eine klare Absage erteilen, sagte der Gemeindepastor Terry Jones.

Clinton kritisiert geplante Koran-Verbrennung

Auch US-Außenminister Hillary Clinton hat die geplante öffentliche Koran-Verbrennung durch eine kleine fundamentalistische Kirchengemeinde in Florida scharf kritisiert. Clinton sagte anlässlich eines Fastenbrechens im islamischen Monat Ramadan am Dienstagabend in Washington, das Vorhaben sei "respektlos" und "schändlich".

Der Koran ist das heilige Buch der Muslime, die verlangen, dass es mit höchstem Respekt behandelt wird. Verstöße werden als zutiefst beleidigend empfunden und haben in der Vergangenheit wiederholt gewalttätige Reaktionen ausgelöst.  

Auch UN empört

Der UN-Sondergesandte in Afghanistan, Staffan de Mistura, hat die geplante Verbrennung des Korans durch eine Kirchengemeinde in den USA heftig kritisiert. "Im Namen der Vereinten Nationen und der gesamten in Afghanistan vertretenen Internationalen Gemeinschaft möchte ich unsere Sorge und tatsächlich unsere Empörung in schärfster Form zum Ausdruck bringen", hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung de Misturas. Meinungsfreiheit dürfe nicht mit der Absicht verwechselt werden, die Religion und den Glauben von Millionen Menschen zu verletzen.

Sollte die "abscheuliche Tat" wirklich vollzogen werden, würde das den Argumenten jener Vorschub leisten, die gegen Frieden und Versöhnung am Hindukusch seien, teilte der Chef der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) weiter mit. Die Verbrennung des Korans könnte auch die Anstrengungen vieler Afghanen und Ausländer bedrohen, die versuchten, Afghanistan zu Frieden und Stabilität zu verhelfen. De Mistura forderte die Kirchengemeinde dazu auf, die "Drohung" der Koran-Verbrennung nicht wahr zu machen.

Zollitsch verurteilt geplante Koran-Verbrennung

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat die geplante Koran-Verbrennung in den USA scharf verurteilt. "Diese Aktion ist eine inakzeptable und in keiner Weise hinnehmbare Provokation einer winzigen Minderheit", sagte er nach einer Mitteilung der Bischofskonferenz vom Mittwoch. "Wir stehen hinter dem Protest des Vatikans. Ich bin in großer Sorge, dass mit solchen intoleranten Angriffen das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in vielen Teilen der Welt gefährdet wird."

Vatikan stellt sich hinter Kritiker

Die Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano" stellt sich hinter die Kritiker der von einer kleinen christlichen Gemeinde in Florida geplanten öffentlichen Koran-Verbrennung. Das Blatt gibt in seiner jüngsten Ausgabe unter dem Titel "Niemand verbrenne den Koran" christlichen Gegnern dieser evangelikalen Inszenierung zum 11. September Raum. Gerade in Asien befürchten Kirchenleute, "dass diese Initiative den christlichen Minderheiten in überwiegend muslimischen Ländern schwer schaden könnte." In diesem Sinn zitiert werden der Erzbischof von Mumbai, Oswald Gracias, sowie der Präsident der Episkopalkonferenz Pakistans, Lawrence John Saldanha. Besorgt seien auch die Katholiken in dem stark muslimischen Indonesien. (dpa)



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