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Glücksspiel-Urteil

Experten warnen vor Spielsucht

Erstellt 09.09.10, 18:23h, aktualisiert 09.09.10, 18:24h

Experten warnen davor, dass die Zahl der Spielsüchtigen steigen könnte, wenn der Glücksspielmarkt liberalisiert würde. Der EuGH hatte entschieden, die Monopolregelung zum Glücksspiel in Deutschland sei nicht rechtmäßig.

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Das deutsche Monopol für Glücksspiel und Sportwetten ist laut Europäischem Gerichtshof unzulässig. (Bild: dpa)
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Das deutsche Monopol für Glücksspiel und Sportwetten ist laut Europäischem Gerichtshof unzulässig. (Bild: dpa)
HERFORD - Suchtexperten haben eindringlich vor einer Liberalisierung des Glücksspielmarktes in Deutschland gewarnt. Ein liberalisierter Markt führe zwangsläufig zu einer Steigerung der Zahl der Menschen, die süchtig spielten und sich und ihre Familien ruinierten, sagte die Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht, Ilona Füchtenschnieder, am Donnerstag in Herford. Steigende Gewinne der Glücksspielanbieter gingen damit auf Kosten des Allgemeinwohls. "Ein kleiner, gut regulierter Glücksspielmarkt schützt die Bevölkerung am besten vor den Gefahren der Glücksspielsucht."

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am Vortag überraschend entschieden, die Monopolregelung des Staatsvertrages zum Glücksspiel von 2008 sei "nicht mehr gerechtfertigt". Sie verstoße gegen die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit. Die höchsten EU-Richter begründeten ihre Auffassung mit der erheblichen Werbung der staatlich genehmigten Anbieter von Glücksspielen.

Der Fachverband Glücksspielsucht forderte die Bundesregierung auf, die vom EuGH kritisierten Schwachpunkte zu beheben. "Dazu gehört auch, dass das Bundeswirtschaftsministerium die Ergebnisse der aus Steuergeldern finanzierten Studie zur Evaluierung der Spielverordnung, die die eigene Politik scheinbar nicht im besten Licht erstrahlen lässt, nicht weiter unter Verschluss hält", betonte Füchtenschnieder. Außerdem müsse das Ministerium seine "Klientelpolitik zugunsten der Automatenbranche" endlich beenden. Und die Bundesländer müssten die im Staatsvertrag festgelegten Werbebeschränkungen konsequenter umsetzen. (dpa)



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