Von Dirk Böttger, 10.09.10, 09:05h
„Einmal gesichert ist keinmal gesichert“ - dieser Leitspruch aller Systemadministratoren und Computerfachleute kann zur bitteren Wahrheit werden, wenn die Festplatte im heimischen Computer ihre Arbeit einstellt. Nicht immer ist es möglich, die wertvollen Daten und Erinnerungsbilder vollständig wieder herzustellen. Deshalb ist eine regelmäßige Sicherung der Festplatteninhalte Pflicht und gerade nach dem Urlaub, wenn hunderte Bilddaten auf der Festplatte dazu kommen, ist ein guter Zeitpunkt. Die Schlüsselfrage ist allerdings, auf welchem Medium die Sicherheitskopie (Backup) gespeichert werden soll.
Das beliebteste Speichermedium ist nach wie vor die CD / DVD. Allerdings besitzt dieses Medium einen erheblichen Nachteil. Die CD und DVD-Scheiben sind extrem vergesslich. Bereits nach zehn Jahren kann es zu Gedächtnislücken kommen und die Daten auf den Silberscheiben lösen sich im wahrsten Sinne der Wortes auf. Damit ist die CD / DVD kein geeignetes Medium für die Langzeitarchivierung. Zu diesem Schluss kommt auch das Forschungsprojekt Digital Preservation Europe kurz DPE in seiner Studie zum Thema „Managing your Photographs“.
Eine Ausnahme bestätigt die Regel: Kodak hat spezial beschichtete CD / DVD für die Foto-Langzeitarchivierung entwickelt, die dank einer namensgebenden goldenen Beschichtung die Daten bis zu 100 Jahre behalten sollen. Beim Preis von knapp zwei Euro pro DVD sind die Kodak professional Gold Discs eine kostspielige Alternative für den Vielfotografierer.
Ein Terabyte für 60 EuroMehr Speicherplatz bei geringeren Kosten bieten externe Festplattenspeicher. In den letzten fünf Jahren hat sich durch den gesteigerten Speicherbedarf die Kapazität der Festplatten verzehnfacht. 1000 Gigabyte - also ein Terabyte - sind derzeit bereits ab 60 Euro erhältlich. Die derzeit größten Festplatten in einem einzelnen Gehäuse sind mit einer Kapazität von zwei Terabyte ausgestattet.
Wer mehr Speicher benötigt, der kann auf Lösungen mit mehr als einer Festplatte zurück greifen. Ein großer Vorteil bei einer solchen Lösung ist die Schaltung der Festplatten in einem so genannten Raid-Verband (der Begriff Raid steht für englisch redundant array of independent disk), das heißt, die eine Festplatte sichert die Inhalte der anderen, so dass selbst wenn eine der Festplatten ausfällt immer noch alle Daten auf der zweiten Festplatte vollständig vorhanden sind. Außerdem können solche „Mehrplatten-Lösungen“, die unter anderem von den Herstellern LaCie, Western Digital, LG oder Buffalo angeboten werden, durch Festplatten mit höherer Kapazität erweitert beziehungsweise ersetzt werden. In einem Raid-System mit mehreren Festplatten gibt es verschiedene Sicherungsstufen.
Ein Raid-1-System kopiert beispielsweise die Inhalte von Festplatte Nummer eins auf Festplatte Nummer zwei, ein Raid-5-System dagegen benötigt mindestens vier Festplatten und sichert die Inhalte der jeweiligen Festplatten so, dass von den vier Platten sogar zwei ausfallen können, ohne dass dabei Daten verloren gehen. Ein solches System ist beispielsweise der Drobo von Data-Robotics oder das Studio Raid von Certon.
Macht eine Verschlüsselung Sinn?Eine weitere Sicherungsvariante ist das Abspeichern der Bilddaten auf Festplattenservern via Internet. Die Online-Speicher haben den Vorteil, dass man von jedem Computer auf der Welt, der mit dem Internet verbunden ist, Zugriff auf seine Bilddaten hat. Zudem sind die Sicherheitsstandards sehr hoch. Der Dienstleister, der den Speicherplatz anbietet, wird durch Backup-System ihre Daten mehrfach sichern, so dass ein Datenverlust eher unwahrscheinlich ist. Nachteil ist allerdings bei größeren Bilderuploads die dafür benötigte Zeit. Ein zehn bis 12 Megapixel JPEG-Bild benötigt bei einem 2000er DSL-Anschluss rund sieben Minuten beziehungsweise bei einem schnellen 16000 DSL rund 80 Sekunden. Und ein weiterer Arbeitsschritt kann notwendig werden, denn die wenigsten Onlinespeicher-Anbieter verschlüsseln die Daten. Bei privaten Fotos könnte also eine Verschlüsselung Sinn machen. Auf der anderen Seite können Fotos auf der Onlinefestplatte sehr einfach mit Freunden und Bekannten geteilt werden. Bestimmte Ordner können mit oder ohne Passwortabfrage öffentlich zugänglich gemacht werden.
Einige Dienstleister wie GMX mit seinem Mediacenter, bieten bis zu zehn Gigabyte an Online-Speicher kostenlos an. Bis zu 50 Gigabyte lassen sich bei ADrive umsonst nutzen. Für größere Bildersammlungen reicht dies aber nicht aus. Gegen Abschluss eines DSL-Vertrags bietet 1 & 1 seinen Kunden sogar bis zu einem Terabyte an kostenlosem Speicherplatz an - das ist aber eher die Ausnahme. In der Regel reichen die Kosten von 500 Gigabyte Speicherplatz von etwa 40 Euro pro Monat bei Humyo oder ADrive bis zu rund 300 Euro beim Anbieter Drive on Web. Ein Vergleich der Anbieter lohnt, vor allem weil es auch Unterschiede bei der zur Verfügung gestellten Sicherungssoftware gibt, die das Speichern der Daten vereinfachen und automatisieren kann.
Eine weitere Alternative für Fotos, die auch öffentlich präsentiert werden sollen, ist ein Mitgliedschaft bei der Online Fotocommunity Flickr. Für 25 Dollar Jahresbeitrag können dort ohne Kapazitätsbeschränkung Bilddaten hinterlegt werden. Diese können zudem in eigenen Online-Galerien präsentiert und diskutiert werden.
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04. März 2012,
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