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Rhein-Linienverkehr?

Per Wasserbus von Porz nach Mülheim

Von Christian Deppe, 17.11.10, 22:58h

Um die Rheinuferstraße und andere Straßen zu entlasten, schlagen die Grünen einen Wasserbus auf dem Rhein nach Amsterdamer oder Hamburger Vorbild vor. Laut der Köln-Düsseldorfer trage sich ein solches Angebot jedoch nicht selbst.

Die Idee eines innerstädtischen Linienverkehrs auf dem Rhein ist nicht neu. Als verkehrsentlastende Maßnahme für die Rheinuferstraße ist sie jetzt erneut ins Gespräch gekommen. In verschiedenen Städten sind Wasserbusse oder Wassertaxis nicht nur erprobt, sondern aus dem Kanon des innerstädtischen Verkehrssystems nicht mehr wegzudenken, etwa in Bangkok und anderen Städten Asiens, aber auch in Venedig und Amsterdam, in Potsdam und Hamburg. Als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs verkehren Wasserbusse auf festen Routen und nach einem Fahrplan, meist aber auf Kanälen und Flüssen mit eher geringer Strömung. Auf dem Rhein, so lautet zumindest die Prognose der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt (KD), rechnet sich das nicht.

Vor allem den Grünen gefällt der Gedanke einer Wasserbuslinie, die innerhalb des Stadtgebiets zwischen wichtigen Haltepunkten auf beiden Rheinseiten hin und her pendeln, Porz, Rodenkirchen, die City, Deutz und Mülheim verknüpfen, Straßen entlasten und so einen Beitrag zum Umweltschutz leisten könnte. „In anderen Städten ist das möglich, warum also nicht auch in Köln?“, fragt die Grünen-Verkehrsexpertin Bettina Tull.

KVB prüfen den Vorschlag – KD winkt ab

Die KD hat wenig Interesse daran. „Wir glauben nicht, dass ein ausreichender Bedarf besteht“, sagt KD-Sprecherin Nicole Becker. Wer sich auf dem Rhein im Wasserbus fortbewegen wolle, „der muss aufgrund der Strömung unter Umständen viel Zeit mitbringen“, meint sie. Laut Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein differiert die mittlere Oberflächenfließgeschwindigkeit bei Köln erheblich - zwischen 1,1 Meter / Sekunde bei einem Wasserstand von 1,50 Meter und 1,9 Meter / Sekunde bei 6,60 Meter Kölner Pegel.

Touristen sei mit den Ausflugsdampfern besser gedient. Kostendeckend sei ein Wasserbus auf dem Rhein nicht zu betreiben. Wer eine entsprechende Linie zu bezahlbaren Preisen anbieten wolle, der müsse sie subventionieren, meint die KD. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) untersuchen gerade Wirtschaftlichkeit und technische Voraussetzungen einer Wasserbuslinie - Ergebnisse liegen noch nicht vor.

CDU/FDP: Tunnel noch vor Nord-Süd-Bahnstart eröffnen

In der Diskussion über die Rheinuferstraße sprechen sich CDU und FDP dafür aus, schon vor Inbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn einen Straßentunnel zu errichten. Die SPD will dagegen vorher nicht nur verkehrsentlastende Maßnahmen umsetzen, sondern auch die Bürger zu Wort kommen lassen. Wie bereits berichtet, wollen die Sozialdemokraten aber schon jetzt die Voraussetzungen für einen Tunnel schaffen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dem zustimmen werden“, sagt dazu Bettina Tull von den Grünen.

Zu den flankierenden Maßnahmen, die nach dem Willen der SPD bis zur Inbetriebnahme der neuen Stadtbahnstrecke frühestens im Jahre 2014 getestet werden könnten, gehören neben dem Wasserbus die Einrichtung beziehungsweise Erweiterung von Park & Ride-Plätzen im Kölner Süden, die Führung der Buslinie 106 zum Hauptbahnhof wie auch die Unterbindung des Lkw-Durchgangsverkehrs.



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