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Rosenmontagszug

Politisches und tierisch wildes Treiben

Von Franz Küpper und Katja Belousova, 08.03.11, 07:00h

Ganz schön politisch ging es beim Nettersheimer Gemeindezoch zu, der sich in diesem Jahr durch Engelgau schlängelte. Die Feuerwehrleute aus Roderath hatten sich den Bau der Wildbrücke über die A 1 vorgeknöpft und waren in kuschelige Wildkostüme geschlüpft.

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Herrlich Jeck: Der Nettersheimer Gemeindezoch schlängelte sich am Rosenmontag durch Engelgau. (Foto: Küpper)
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Herrlich Jeck: Der Nettersheimer Gemeindezoch schlängelte sich am Rosenmontag durch Engelgau. (Foto: Küpper)
ENGELGAU - Mit Geweih, roter Nase und braunem Fell bekundeten sie ihre Zustimmung für die Brücke. Franz Mahlberger erklärte, die Gruppe repräsentiere „das Wild, das gemütlich über die Brücke läuft“. Unter die 40-köpfige Schar mischten sich auch drei Berufsjäger, die ihr Kostüm einfach vom Haken aus dem Kleiderschrank zu holen brauchten. Und hierbei sei versichert: Jäger und Wild kamen prima miteinander aus - keines der Tierchen wurde von einer Kugel getroffen. Zum Wild gesellten sich mit einer Fußgruppe Hasen weitere tierische Freunde, die einem Gang über die Brücke nicht abgeneigt wären.

Eine Gruppe aus Engelgau beschäftigte hingegen die geplante Errichtung eines Kubus auf der römischen Tempelanlage „Görresburg“ bei Nettersheim. Den Gegnern des Projekts, die sich um die Matronensteine sorgen, machten die als grüne Marsmenschen verkleideten Engelgauer mit den Worten „bis zum Mars hört man die Matronen flehen, lasst den Kubus nicht auf der Görresburg stehen“ deutlich, dass ihr Wehklagen sogar schon bis in den Weltraum vorgedrungen ist. „Eine kleine Kritik an den Matronenfreunden und Kubus-Widerständlern ist da nicht zu überhören“, erklärte Gerhard Mayer im außerirdischen Kostüm.

Aus dem hohen Norden hätten zwei der Musikgruppen beim Engelgauer Zug kommen können: Als Eskimos verkleidet kamen die Mitglieder des Spielmannszugs Marmagen um Karl Finke und schienen bei traumhaftem Sonnenschein und azurblauem Himmel fast fehl am Platz. In Erwartung von Eiseskälte, die vergangenes Jahr beim Gemeindezug in Zingsheim die Jecken frieren ließ, wollten die Gruppen dem Wetter ein Schnippchen schlagen. Doch die Sonne, die schon die ganzen jecken Tage lang für erste Frühlingsgefühle sorgt, küsste die Besucher in ihren warmen Fellkaputzen unentwegt. Für heiße Melodien im warmen Outfit sorgten dann auch Musikanten im Wikinger-Dress, die ebenso wie ihre Kollegen erschienen, um der erwarteten Kälte zu trotzen.

Über 20 Gruppen und zehn Wagen machten den Gemeindezoch zu einem bunten, närrischen Lindwurm. Zahlreich erschienen die Jecken, um mit ihren lautstarken „Kamelle“-Rufen von Footballspielern, Musketieren, Cowboys oder Mainzelmännchen die ein oder andere Nascherei zu ergattern. Das Prinzenpaar Bernd I. und Inge I. von der KG Löstige Höndche Nettersheim konnte für den Wagen sogar echte Leichtmatrosen engagieren. Die Einzigen, die der ganze Trubel kalt ließ, waren die Schafe und Rinder auf den Weiden Engelgaus, die beim altbewehrten Gras blieben.



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