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Gartentipps

Die richtige Beleuchtung im Freien

Von Hanke Huber, 29.03.11, 07:01h

Im grellen Licht einer Ankleidekabine sieht keiner gut aus, im Kerzenlicht hingegen schon. Auch im Garten und Terrasse setzt das richtige Licht Skulpturen und Pflanzen in Szene - und macht bei Nacht aus einer schlichten Birke sogar das Highlight der Bepflanzung.

Bodeneinbauleuchten
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Ein Lichtermeer: Die Position von Bodeneinbauleuchten und Steinen ist derart aufeinander abgestimmt, dass der Eindruck entsteht, die Steine würden leuchten. (Bild: dpa/tmn)
Bodeneinbauleuchten
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Ein Lichtermeer: Die Position von Bodeneinbauleuchten und Steinen ist derart aufeinander abgestimmt, dass der Eindruck entsteht, die Steine würden leuchten. (Bild: dpa/tmn)
Es lohnt sich fast immer Licht in den dunklen Garten zu bringen. Die Beleuchtung kann dabei rein funktional der besseren Sicht dienen, was vor Stürzen schützt und Einbrecher vertreibt. Sie kann aber auch eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen. „Mit Licht lässt sich der Eindruck eines Gartens komplett verändern“, sagt Annette Sinz-Beerstecher, Landschaftsarchitektin aus Rottenburg am Neckar. So lassen sich auch kleinere Mängel hervorragend kaschieren.

Akzentuiert man beispielsweise die Tiefe des Gartens, erscheinen kleine Grundstücke größer. «Man kann mit Licht Räume anders definieren, Schwerpunkte setzen und bestimmte Inhalte wie Bäume, Pflanzen, Brunnen oder Skulpturen bewusst hervorheben“, sagt Sinz-Beerstecher. Wichtig sei es, dabei auf fließende Übergänge zu achten, denn bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten falle dem Auge die Orientierung schwer. Je nach Zweck der Beleuchtung gibt es für Haus und Garten verschiedenste Arten von Leuchten: Bodenleuchten, kleine Strahler, Leuchtsteine, Stand- oder Schwimmleuchten. Künstliches Licht lädt zum Experimentieren ein. Normalerweise fällt das Sonnenlicht immer von oben ein. Diese natürlich vorgegebene Lichtrichtung präge das Erscheinungsbild eines Gartens. „Mit der Hilfe von künstlichem Licht kann dieses Gesetz auch einfach mal umgedreht werden“, so die Expertin. Ungewöhnlich wirke etwa die weiße Rinde und das lichtdurchlässige Laub einer Birke, wenn diese von unten mit einem Strahler beleuchtet werden.

Aber nicht alle Pflanzen eignen sich hierfür. „Wenn man eine Eibe von unten bestrahlt, sieht sie wie tot aus“, sagt die Expertin. Unterschiede ließen sich auch mit der Lichtfarbe erzielen. Das klassische Spektrum reicht von gelblich-warm bis bläulich-kalt. Wer die Wirkung sehen möchte, schnappt sich am besten eine Kabeltrommel und Leuchten und macht sich im Dunkeln auf Erkundungstour durch den Garten.

Wohlfühl-Atmosphäre auf der Terrasse schaffen vor allem Leuchten, die nicht zu grell sind. Sinz-Beerstecher bevorzugt hier indirektes Licht. Das wirke weicher als gerichtetes Licht. Ihr Tipp: „Ein indirekt angeleuchtetes Sonnensegel zum Beispiel erzeugt eine Grundhelligkeit, die nicht mit einer Lichtquelle in Verbindung gebracht wird.“ Als Kontrast dazu passt eine helle Leuchte, die als Notleuchte fungiert: „Die mache ich dann nur an, wenn es ans Aufräumen geht.“ Wer vor einer Umgestaltung gut plant, könne Leuchtkörper auch unter einer Sitzbank installieren oder in Belag-Fugen einbauen.

Diese schönen Akzente müssen das Portemonnaie nicht allzu sehr strapazieren. „Die Beleuchtung von Zugangswegen lässt sich zum Beispiel über eine Zeitschaltuhr, einen Dämmerungsschalter oder manuell regeln“, sagt Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des Branchenportals Licht.de in Frankfurt am Main. Noch mehr lasse sich durch Bewegungsmelder sparen. Die Beleuchtung schalte sich dadurch nur ein, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. Darüber hinaus spart man mit Halogenlampen, Energiesparlampen oder Leuchten mit LED-Technik.

Welches Leuchtmittel man wählt, hängt vom eigenen Geschmack und der Nutzung ab. Während eine LED-Lampe und eine herkömmliche Glühlampe beim Anknipsen sofort in voller Helligkeit erstrahlen, braucht manche Energiesparlampe vergleichsweise lang, bis sie ihre volle Lichtstärke entwickelt hat. In punkto Energieeffizienz seien die neueren LED mit guten Energiesparlampen längst vergleichbar, sagt Waldorf. Sie haben zudem eine längere Lebensdauer. Allerdings haben gute LED-Lampen zur Zeit noch einen relativ hohen Preis.

Feuer in Form von Kerzen, Fackeln, Öllampen oder Feuerschalen ist eine günstige Alternative. Anders als das künstliche Licht ist Feuer jedoch keine permanente Beleuchtungslösung. Und: Man muss sich darum kümmern und man muss dabei bleiben. Im Sommer, wenn es trocken ist, herrsche eine gewisse Brandgefahr, warnt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das Sichere Haus (DSH) in Hamburg. Eine Feuerschale steht daher am besten auf einer Stein- oder Betonplatte, und Fackelstangen stecken fest in der Erde. Spielen Kinder im Garten, rät Woelk zu besonderer Vorsicht.

Die Beleuchtung von Wegen, Fassaden und Gartenecken dient auch der Sicherheit. Wo durch einen Bewegungsmelder dunkle Ecken plötzlich in hellem Licht erstrahlen, werden Einbrecher abgeschreckt. Wege und Treppen, die im Dunkeln zu Stolperfallen werden können, sind mit dem richtigen Licht gut erkennbar. „Beleuchtung ist wichtig, um sicheren Fußes zum Beispiel zur Mülltonne und zurück zu kommen“, sagt Woelk.



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