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Vor 104. Derby

Podolskis Emotionen bei Borussen-Pleite

Von Joachim Schmidt, 07.04.11, 22:15h, aktualisiert 08.04.11, 10:16h

Nach dem 0:4 vor Heimpublikum in der Hinrunde sinnt der 1. FC Köln auf Revanche beim Auswärtsspiel in Gladbach. Im Falle einer Niederlage gingen bei der Borussia wohl die Lichter aus. Viele Fohlen-Fans bleiben bereits dem Derby fern.

1. FC Köln jubelt
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Lukas Podolski, Adil Chihi und Slawomir Peszko feiern den 4:0-Erfolg gegen Hannover 96. (Bild: dpa)
1. FC Köln jubelt
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Lukas Podolski, Adil Chihi und Slawomir Peszko feiern den 4:0-Erfolg gegen Hannover 96. (Bild: dpa)
KÖLN - Die Schwarzmarkthändler könnten diesmal draufzahlen. Während sie in der Vergangenheit mit den gehamsterten Eintrittskarten für das Bundesliga-Westderby gute Gewinne erzielen konnten, sind sie nun froh, wenn sie ihre Ticket-Bündel für die sonntägliche Partie zwischen der Mönchengladbacher Borussia und dem 1. FC Köln überhaupt irgendwie los werden. Denn unter den Borussia-Anhängern ist die Frustration riesengroß. Da man sich mit dem bevorstehenden dritten Bundesligaabstieg abgefunden hat, interessiert das Traditionsduell kaum noch.

Anders bei den Kölner Fans, die die Chance nutzen und zu Tausenden in den Borussia-Park pilgern. Und ihnen macht ihr Idol Mut. „Unser 0:4 im Hinspiel war eine bittere Niederlage. Die möchten wir jetzt vergessen lassen. Wer dann unser Siegtor macht, ist völlig egal“, blickt Lukas Podolski einem Erfolg entgegen.

Aus Sicht des FC-Kapitäns geht es für die Gladbacher um die letzte Chance. Mit einem Erfolg im 104. Meisterschaftsduell der beiden Rivalen seit 1950 könnten sie ihre kleine Chance auf den Klassenerhalt wahren. Umgekehrt würde der FC im Falle eines Sieges mit dann 38 Punkten die Tür zum Verbleib in Liga eins weit aufstoßen. Das mache diesmal den besonderen Reiz der Partie aus, meint Poldi.

Erinnerung an Hinspiel-Klatsche

Vor fünf Monaten hatte das noch ganz anders ausgesehen. Da wurden die Kölner vor eigenem Publikum mit einer 0:4-Niederlage durch den Erzrivalen gedemütigt. Die Folge war der Absturz auf den letzten Tabellenplatz, den die Borussen im Gegenzug verließen. „Aber danach sind wir durch unsere Heimstärke in der Tabelle wieder nach oben gekommen“, wies Lukas Podolski auf den entscheidenden Umstand hin, der den FC aus den Niederungen der Tabelle Stück für Stück ins Mittelfeld führte. Während den Gladbachern seitdem nur 13 Punktgewinne gelangen, heimsten die Kölner unter Frank Schaefer seit dem 0:4 nicht weniger als 27 Zähler ein.

„Zuhause und auswärts sind bei uns aber leider noch zwei verschiedene Welten, als ob da zwei Mannschaften spielen würden. Das müssen wir abstellen, ohne dass unsere Heimstärke darunter leidet“, fordert der FC-Kapitän, und würde den zweiten Auswärtssieg der Saison gerne in Mönchengladbach feiern.

Der erste gelang im Übrigen eine Woche nach dem 0:4 gegen Gladbach mit 1:0 durch ein Podolski-Tor in Stuttgart. Parallel dazu unterlag die Borussia damals mit 2:3 gegen Mainz, was Lukas Podolski auf seine Weise feierte. „Klar freue ich mich, wenn Gladbach oder die anderen, die unten stehen, Gegentore kassieren oder verlieren. Wenn man vor dem Radio oder Fernseher die Ergebnisse hört, lässt man dann auch einen Jubelschrei los - besonders bei einer Gladbacher Niederlage“, verriet der Nationalstürmer.

So verwundert es auch nicht, dass er an einen Vergleich mit der Borussia eine ganz besondere Erinnerung besitzt. „Bei meinem ersten Derby in der Bundesliga habe ich das Tor zum 1:0-Sieg geschossen. Das wird mich mein ganzes Leben lang verfolgen. Das war ein Highlight meiner Karriere, ein schöner Moment“, erinnert sich Lukas Podolski an den 31. Januar 2004.

Gegen eine Wiederholung hätte er nichts einzuwenden, wobei sein nächster Bundesligatreffer auch noch eine besondere Bedeutung besitzt: Es wäre sein 13. in dieser Spielzeit. So viele Torerfolge gelangen ihm noch nie in einer Erstligasaison.



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