Von Ulrike Weinert, 12.04.11, 12:57h, aktualisiert 12.04.11, 12:59h
Nach Anschubfinanzierung von der Boll-Stiftung stiegen die Quarzwerke und seit drei Jahren RWE als Hauptsponsoren ein. "Aus gutem Grund", wie RWE-Ausbildungsleiter Bert Wallraf bekundete: "Wir haben nicht genug Bewerber für die Ausbildungsplätze in technischen Berufen, und das sind 90 Prozent der 1000 Stellen." Früh wolle RWE deshalb junge Menschen für technische Berufe gewinnen. Zielgruppe seinen Haupt- und Realschulabsolventen, und die findet RWE auch im LNU, da das Angebot offen ist für alle interessierten Schüler in der Region, von der vierten Grundschulklasse an. Echtes Interesse ist allein schon daran abzulesen, dass die Experiment-Kurse morgens an Wochenenden und in den Ferien stattfinden.
Seit 2009 ist das LNU-Frechen unter dem Dach von "Zukunft durch Innovation (zdi)" des Wissenschaftsministeriums NRW mit 30 weiteren Zentren seiner Art vernetzt. Seit 2005 ist das Gymnasium wegen seines LNU-Zentrums von der Arbeitgeber-Initiative "MINT-EC" als mathematisch-naturwissenschaftliches "Excellence-Center" zertifiziert. RWE hat jüngst seine Auszubildenden in Niederaußem hergeschickt, um als Referenten mit den Schülern den Weg von der Braunkohle zum Strom aus der Steckdose nachzuvollziehen. Gemeinsam bauten Azubis und Schüler sogar ein kleines Kraftwerk.
Zu den Partnern aus der Wirtschaft, die ihre Einrichtungen und Labore zur Verfügung stellen, gehören die Rhein-Erft-Akademie in Hürth-Knapsack, die Fachhochschule des Mittelstandes in Pulheim, BioTec Rhein-Erft und kürzlich der Bergheimer Luftsportclub, in deren Segelfliegern Schüler abheben durften. Für weitere zwei Jahre verlängerte RWE seinen Sponsorenvertrag, den sich der Energiekonzern jedes Jahr 10 000 Euro kosten lässt.
Dass Physik enormen Unterhaltungswert besitzt, wenn Wissenschaft als Zaubershow dargeboten wird, bewies das Komiker-Duo "Die Physikanten". Das staunende Publikum soll die "Tricks" allerdings durchschauen - durch Nachdenken und auch Mitmachen. Eines der spektakulärsten Kunststücke, für die es stets eine rationale Erklärung gibt, war die "stabile Paketfaltung". Dafür mussten vier Herren, darunter der Frechener Kämmerer Patrick Lehmann und der CDU-Ratspolitiker Gerd Franken, als lebendige Experimentalanordnungen herhalten. "Schwarzbrot" nennen Naturwissenschaftler die Formeln und abstrakten Modelle, die ihren Alltag bestimmen. Zum zehnjährigen LNU-Bestehen gab es jetzt als Kuchen die unterhaltsame Seite.
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