Von Werner Grosch, 06.09.11, 07:00h
Damit Autofahrer nicht fluchend an den Radfahrern auf der Straße vorbeirauschen, hat sich das Amt für Straßen und Verkehrstechnik ein Schild ausgedacht, das es so noch nirgendwo in Deutschland gibt. Es weist für die nächsten drei Monate darauf hin, dass Radfahrer ganz legal auf der Straße unterwegs sind. Von diesen mobilen Schildern gibt es zehn. Sie werden demnächst überall da eingesetzt, wo die blauen Schilder demontiert werden. Und das können viele Stellen sein.
100 Abschnitte von insgesamt rund 100 Kilometern Länge werden derzeit in erster Priorität überprüft. Das ist ein Fünftel der bislang benutzungspflichten Radwege in Köln. Erstes Prüfkriterium: Wenn täglich weniger als 10 000 Kfz auf einer Straße unterwegs sind, dann kommt die Aufhebung der Benutzungspflicht in Frage. Einige Maßnahmen wurden in diesem Jahr bereits umgesetzt: Ein Stück der Bergisch Gladbacher Straße ist darunter, ebenso ein Abschnitt auf der Deutz-Mülheimer. Das mit 1,3 Kilometern bisher längste Stück liegt an der Neuenhöfer Allee in Sülz.
Im Prinzip, so erklärt Amtsleiter Klaus Harzendorf, gibt es die Möglichkeit der Aufhebung schon seit 1997. Schon damals habe sich in Fachkreisen die Erkenntnis durchgesetzt, dass Radfahrer vielerorts auf der Fahrbahn sicherer aufgehoben sind. Aber erst jetzt werde das langsam umgesetzt. Einen Schub gab das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem vergangenen Jahr, in dem den Behörden strenge Vorgaben dafür gemacht wurden, überhaupt eine Benutzungspflicht anzuordnen. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub hatte gegen die Benutzungspflicht eines Weges in Regensburg geklagt und recht bekommen.
Die Befürchtung, dass jetzt massenhaft Schilder abgebaut werden und Radler auf die Straßen drängen, zerstreut der Fahrradbeauftragte der Stadt, Jürgen Möllers: „Wir sind ja nicht so verrückt, dass wir Radfahrer auf die Rheinuferstraße lenken!“ Die Aufhebung erfolge nur dort, wo Kfz-Aufkommen und Tempo nicht zu hoch seien und die Situation an den Einmündungen und Knotenpunkten die Änderung zulasse.
Mit den Regeländerungen reagiert die Stadt auch auf den Umstand, dass immer mehr Radfahrer hier unterwegs sind. Auf der Krefelder Straße sind es 3150 pro Tag (gegenüber 8500 Kfz). Auf der angrenzenden Maybachstraße, die teilweise verkehrsberuhigt ist, liegt das Verhältnis sogar bei 4200 Rädern zu 2800 Kfz. Die neue Wahlfreiheit sei deshalb auch eine Maßnahme zur Entlastung der viel befahrenen Radwege.
Keine gute Idee
06.09.2011 | 16.38 Uhr | B.Giertz
Die Autofahrer werden trotzdem (Zitat) fluchend an den Radfahren vorbeirauschen, weil Fahrräder nun einmal zu langsam für die Straße sind.
So…
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