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Wollseifener Kirche

Auch alte Schule soll erhalten werden

Von Bernd Kehren, 30.09.11, 07:00h

Die Sanierungsarbeiten an der ehemaligen Wollseifener Kirche sind abgeschlossen. Aus dem Denkmal wurde ein „Ort der Stille“. Doch Traditionsverein und Förderverein Wollseifen haben noch den Wunsch, auch die alte Schule zu sanieren.

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Franz „Fritz“ Sistig, Ehrenvorsitzender des Traditionsvereins (3.v.li.), hat maßgeblich dabei geholfen, anhand des Modells den Ort Wollseifen zu rekonstruieren. (Foto: Hilgers)
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Franz „Fritz“ Sistig, Ehrenvorsitzender des Traditionsvereins (3.v.li.), hat maßgeblich dabei geholfen, anhand des Modells den Ort Wollseifen zu rekonstruieren. (Foto: Hilgers)
WOLLSEIFEN - Die Sanierungsarbeiten an der ehemaligen Wollseifener Kirche sind abgeschlossen. Aus dem Denkmal wurde ein „Ort der Stille“.

Aber Traditionsverein und Förderverein Wollseifen haben noch den Wunsch, auch die alte Schule zu sanieren. Auch eine Dokumentation der Ortsgeschichte wäre für sie wünschenswert. Karl Heup, Vorsitzender des Traditionsvereins, hakte bei Dr. Wolfgang Schumacher, dem Vizepräsidenten der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, nach, ob es vielleicht doch noch Mittel für den Erhalt der Schule gebe. Das Thema sei vorbesprochen worden, so Dr. Schumacher. „Ich sehe die Sache ganz positiv. Sie brauchen die Hoffnung nicht aufzugeben. Vielleicht gibt es sehr bald auch einen Beschluss, der viele hier erfreuen wird.“

Zum Abschluss des Projekts „Kirche Wollseifen“ machten sich Mitglieder der NRW-Stiftung als Hauptförderer sowie die ehrenamtlichen Helfer und Spender ein Bild von dem Erreichten. Die ehemalige Pfarrkirche St. Rochus wurde für 285 000 Euro saniert. Über die Hälfte steuerte die NRW-Stiftung bei. Auch die Sparkassen-Kulturstiftung und die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen beteiligten sich mit insgesamt 40 000 Euro. Eine wichtige Rolle spielten auch die Pfarrgemeinde Herhahn, der Traditionsverein und der Förderverein Wollseifen, besonders beim ehrenamtlichen Wiederaufbau des Denkmals.

Albert Moritz, Geschäftsführer von „vogelsang ip“, und Henning Walter, Leiter der Nationalpark-Verwaltung, versicherten den Mitgliedern des Fördervereins und des Traditionsvereins, dass ohne deren Hilfe das Projekt nicht zustande gekommen wäre. Nicht nur die Kirche wurde saniert, zusätzlich schuf der Künstler Elmar Heimbach von der Handwerkskammer Aachen ein Modell des Ortes, der 1946 durch die Alliierten evakuiert wurde.

Hubert Breuers Erinnerungen

Hubert Breuer, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Nationalpark Eifel und Vogelsang, hat sich der Name Wollseifen, wie er sagte, „für immer eingeprägt“, obwohl er kein geborener Wollseifener sei. Am 15. Dezember 1944 seien seine Mutter und seine Schwester bei einem Bombenangriff auf den Ort „tödlich verunglückt“. Sie seien damals als Evakuierte in Wollseifen gewesen. Für ihn sei es ein schweres Los gewesen, dass er so viele Jahre, als Wollseifen zum Truppenübungsplatz gehörte und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war, diesen Ort nicht mehr hätte besuchen können. Auch für ihn als Kuratoriumsvorsitzenden sei es sehr wünschenswert, das Projekt Schule umzusetzen.

Es habe im Vorfeld heftige Auseinandersetzungen darüber gegeben, wie die Kirche zu sanieren sei, sagte Albert Moritz. Man habe aber versucht, eine angemessene Lösung zu finden. Nun müsse man Wege finden, wie dieser Ort auch in Zukunft in Würde unterhalten werden könne. Ehrenamtliche Energie und Spenden seien deshalb auch künftig gefragt.

Henning Walter versicherte Karl Heup und Franz „Fritz“ Sistig, dem Ehrenvorsitzenden des Traditionsvereins, stellvertretend für alle andere Helfer, dass ohne ihre Unterstützung „hier nichts entstanden“ wäre. „Viele alte Wollseifener haben in Handarbeit mit Hacke, Schaufel und Schubkarre den ein Meter hohen Dreck auf dem Boden der Kirche herausgefahren und alles wieder freigelegt. Kein öffentliches Geld steckt hier drin“, betonte Walter. Auf Drängen der Wollseifener, sei klar gewesen, was geschehen müsse. „Man konnte die Kirche nicht einfach dem Verfall preisgeben, da noch Menschen leben, die hier getauft wurden und zur Kommunion gegangen sind. Wir wollen die Kirche erhalten als Denkmal und ökologisches Zeichen.“ Dort leben nämlich viele Fledermäuse. Walter: „Unterm Dach ist mehr los als in der Kirche unten.“



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