Von Walter K. Schulz, 13.10.11, 07:06h, aktualisiert 13.10.11, 17:55h
Der Kreis wollte nach dem Streit mit der Bürgerinitiative das Vertrauensverhältnis verbessern. Doch der Schuss ging nach hinten los. Ein Arzt, ein Komposter, ein Moderator, ein Avea-Experte und der Kreis-Fachbereichsleiter saßen auf dem Podium. Zwei denkbare Fachleute fehlten: Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge und ein richtiger Krisenmanager.
Knigge wäre neben einem geschickten Krisenmanager dringend vonnöten gewesen. Die Unhöflichkeiten begannen quasi damit, dass die Mikrofonanlage im Kreishaus nicht eingeschaltet war. Die Fachleute nuschelten teilweise vor sich hin. Absicht? Die Unhöflichkeit setzte sich fort in der Tatsache, dass es keine Entschuldigung gab für die nachgewiesene Umweltrüpelei (mit Zertifikat). Ein einfaches Bedauern hätte dem Ganzen sicherlich die Spitze genommen. Stattdessen übertrafen sich die Verantwortlichen im Herumschieben des Schwarzen Peters, verschanzten sich hinter Fachbezeichnungen und kamen tatsächlich zu dem Fazit, dass alles okay war. Was soll der Bürger davon halten?
Mehrere verließen vorzeitig den Saal. Einer sagte: „Es sieht so aus, als wären wir nicht ganz dicht – und die eigentlich Schuldigen.“ Was soll man dazu sagen? Die Bürger fühlen sich in hohem Maße veralbert. Das ist nachvollziehbar.
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