Erstellt 14.12.11, 21:05h, aktualisiert 14.12.11, 21:07h
Der Angreifer in der U-Haft Berlin-Moabit hat am 4. August in Berlin-Wedding in einem Auto auf offener Straße zwei Frauen erschossen. Beide Kriminalfälle hatten über Berlin hinaus für großes Aufsehen gesorgt. Justizsprecher Steltner sagte der Nachrichtenagentur dpa, er sehe in dem Angriff in der Haft nach dem Stand der Ermittlungen „keinen direkten Zusammenhang der Fälle“.
Der Tatverdächtige des Weddinger Falls sitzt wegen des Vorwurfs des Mordes in zwei Fällen und des versuchten Mordes in drei Fällen in Untersuchungshaft. Die Tat Anfang August verlief spektakulär. Der Mann hatte in der Wiesenstraße Ecke Kolberger Straße längere Zeit einem Auto aufgelauert, in dem seine 24 Jahre alte Ex-Frau saß. Er schoss auf den Wagen und tötete die 45 Jahre alte Mutter und eine 22-jährige Schwester der Frau. In dem Kugelhagel wurde auch ein 27 Jahre alter Bruder schwer verletzt. Die Ex-Frau des Mannes sowie ein Mann in dem Wagen blieben unverletzt. Die genauen Hintergründe der Beziehungstat sind noch nicht geklärt. Der Mann soll bereits im September 2010 seiner Ex-Frau und seiner Schwägerin mit dem Tod gedroht haben.
Gegen den Mann wird nun zusätzlich wegen versuchten Mordes ermittelt: Nach Angaben von Justizsprecher Martin Steltner vom Mittwochabend soll der Mann in der Nacht zum 5. Dezember in der Justizvollzugsanstalt Moabit bei einem Angriff einen Mitgefangenen schwer am Kopf verletzt haben. Der mutmaßliche Täter soll dem schlafenden Opfer mit einem Kochtopf mehrmals mit erheblicher Wucht auf den Kopf geschlagen haben. Der angegriffene Häftling musste im Krankenhaus behandelt werden, sitzt inzwischen aber wieder in Untersuchungshaft. Warum es zu dem Kochtopf-Angriff kam, ist unklar.
Er muss sich verantworten wegen des Vorwurfs der Körperverletzung mit Todesfolge. Bei einer Attacke von drei Männern gegen zwei weitere Männer war ein 23-Jähriger in Panik aus dem U-Bahnhof Kaiserdamm vor den Schlägern geflüchtet. Auf der Straße wurde er von einem Auto angefahren und tödlich verletzt. In den Tagen danach gedachten Hunderte von Menschen des tödlich Verunglückten. Auch zur Trauerfeier kamen Hunderte. Auch bei dem anderen Kriminalfall war die Anteilnahme der Bevölkerung groß. An einer Trauerfeier in der Neuköllner Sehitlik-Moschee am Columbiadamm nahmen viele Menschen teil. (dpa)
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