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Modeladen-Besitzerin

Pitzen macht gegen „Fashion Center“ mobil

Von Peter W. Schmitz, 23.12.11, 07:03h

Heidi Pitzen kennt die Kurstadt „in- und auswendig“. Kein Wunder, die Effelsbergerin verkaufte dort von 1978 bis 2000 hochwertige Mode in ihrem Geschäft. Jetzt macht sie sich große Sorgen wegen des geplanten „Fashion Centers“, das sie nur „Outletcenter“ nennt.

BAD MÜNSTEREIFEL - Heidi Pitzen kennt die Kurstadt „in- und auswendig“. Kein Wunder, die Effelsbergerin verkaufte dort von 1978 bis 2000 hochwertige Mode in ihrem Geschäft. Jetzt macht sie sich große Sorgen wegen des geplanten „Fashion Centers“, das sie nur „Outletcenter“ nennt: „Das ist unser Tod“, konstatiert sie recht drastisch.

Für die 57-Jährige, die auch seit 1980 ein Damenmode-Geschäft in Rheinbach führt, steht fest, dass das in Bad Münstereifel geplante Mode-Zentrum „die Einzelhandelsstrukturen und Einkaufsmöglichkeiten im Raum Mechernich, Euskirchen, Rheinbach, Meckenheim und Bonn dramatisch verschlechtern“ werde. Pitzen ist vor allem der in der Kurstadt mögliche Verkauf an allen Sonntagen des Jahres ein Dorn im Auge: „Ohne diesen Sonntagsverkauf würde das Konzept der Investorengruppe wohl nicht funktionieren.“ Sie wertet dies als „massive Wettbewerbsverzerrung zulasten der Einzelhändler der umliegenden Regionen“ und befürchtet, das dies zwangsläufig zu einem Verdrängungswettbewerb führen werde.

Die Effelsbergerin zeichnet ein düsteres Szenario: „Es drohen Geschäftsaufgaben und Flächenleerstand sowie der Wegfall von Arbeitsplätzen.“ Aus dieser Sorge heraus hat die Geschäftsfrau alle Hebel in Bewegung gesetzt: Der Verteiler des Briefs ist fast so lang wie das Schreiben selbst. Im Anhang sind die Fraktionschefs aus Euskirchen, Rheinbach, Mechernich, Meckenheim und Bonn aufgelistet. Die NRW-Minister Kurt K. Voigtsberger (Wirtschaft) und Johannes Remmel (Verbraucherschutz) fehlen ebenso wenig wie Vertreter des Land- und Bundestags, der Bezirksregierung und des Einzelhandelsverbands.

Georg Cruse, einer der Investoren des „Fashion Centers“, findet den vorweihnachtlichen Vorstoß Pitzens alles andere als lustig. Auf Anfrage der Rundschau wertete er ihn „als Versuch, Wettbewerb zu verhindern“. Dem müsse sich aber jeder stellen – auch in Rheinbach. So liege es an jedem selbst, gute und neue Konzepte zu entwickeln und sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen. Die „Vermutungen“ Pitzens seien zudem durch nichts belegt. Im Gegenteil: „Wir haben ein teures Gutachten erstellen lassen, das zu ganz anderen Ergebnissen kommt“, so Cruse. Er und seine Kollegen nähmen zudem „viel Geld in die Hand“, um die Münstereifeler Kernstadt zu revitalisieren: „Es geht um die Zukunft der Stadt, in der wir und unsere Kinder leben.“ „Beim Modezentrum läuft alles nach Recht und Gesetz“, erklärte der Münstereifeler Bürgermeister Alexander Büttner. Das Millionenprojekt sei ja schließlich nicht auf der grünen Wiese, sondern mitten in der Stadt geplant.

Die Investorengruppe will in unterschiedlichen Objekten in der Kernstadt auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern hochwertige Mode verkaufen. Cruse rechnet mit einer Million zusätzlicher Kunden pro Jahr in Bad Münstereifel. Zudem entstünden zahlreiche Arbeitsplätze.



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