Von Birgit Eckes, 06.01.12, 07:06h
Denn die gewaltigen schwarzen Schattenspiele von Stefan Szcesny – neben Frauenmotiven auch Pflanzen, Fische und abstrakte Formen –sind flach wie Flundern. Sie erinnern an die beliebten Scherenschnitte, die man früher auf Jahrmärkten von den Lieben anfertigen ließ. Doch sie sind sozusagen doppelbödig: Sie zeichnen Formen im Positiv wie im Negativ.
In den 80ern ein „junger Wilder“
In den 80er Jahren war Stefan Szcesny einer der Protagonisten der „Jungen Wilden“, die mit ihrem großformatigen, farbsprühenden Gestus der etablierten Malerei die Zunge zeigten. In der Kölner Gruppe galt Szcesny neben Walter Dahn und Peter Bömmels als prominentester Vertreter, der auch international Karriere machte.
Immer experimentierte der Mittfünfziger mit anderen Medien wie der Fotografie, und in den 90ern wendete er sich intensiv der Bildhauerei zu. Szcesny experimentierte mit Glas in Murano, mit Keramik in Frankreich und zuletzt mit schwerem Stahl. Bis zu drei Meter hoch und 400 Kilo schwer sind die „Schattenskulpturen“, die er in seinem Atelier in St. Tropez herstellt – und sie wirken dennoch leicht und lebendig im Spiel mit dem Licht. Szcesny zeigt die Plastiken ausschließlich draußen, wo sie im Schnee von St. Moritz, im Sand von Sylt oder eben im winterlichen Gladbach ganz unterschiedlich wirken. Rund 30 000 Euro kostet eine Schattenskulptur des Künstlers; Kaufanfragen werden weitergeleitet.
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