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„Future Shorts“

Große Gefühle in kleinen Dosen

Von Johannes Spätling, 26.01.12, 07:01h

Ein unverputztes Hinterzimmer in Kalk, ein paar Bänke, der Blick auf einen typischen Kalker Hinterhof: Hier ist heute Abend großes Kino zu sehen. Dann werden ein paar der besten Kurzfilme der Welt im Rahmen eines Festivals präsentiert.

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Großes Kino in ungewöhnlicher Umgebung zeigt Meryem Erkus bei ihrem Kurzfilm-Festival. (Foto: Meisenberg)
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Großes Kino in ungewöhnlicher Umgebung zeigt Meryem Erkus bei ihrem Kurzfilm-Festival. (Foto: Meisenberg)
KÖLN - Ein unverputztes Hinterzimmer in Kalk, ein paar Bänke, der Blick auf einen typischen Kalker Hinterhof: Hier ist heute Abend großes Kino zu sehen. Dann werden ein paar der besten Kurzfilme der Welt im Rahmen eines Festivals präsentiert. Das spezielle Ambiente passt dabei recht gut zu den ambitionierten Werken junger Filmemacher, die abseits von Hollywood verrückte kleine Geschichten mit großen Gefühlen verbinden.

„Future Shorts“ nennt sich das Kurzfilm-Festival, das im Ausland weit mehr Beachtung gefunden hat als hierzulande. Nur ein paar deutsche Städte haben die Filme bislang gezeigt. Meryem Erkus (27) hat sie während eines Istanbul- Aufenthalts gesehen und in ihre Heimatstadt mitgebracht. Die Studentin der Film- und Theaterwissenschaften war sofort begeistert: „Es handelt sich nicht um irgendwelche Kurzfilme, sondern um sechs herausragende Produktionen aus verschiedenen Ländern, die im vergangenen Jahr die weltweit wichtigsten Filmpreise gewinnen konnten.“ Mit dabei ist ein Oscar-Gewinner: „God of Love“ ist eine anrührende schwarz-weiße Liebeskomödie, die den Kurzfilm-Oscar 2011 gewonnen hat. „Das ist das Highlight des Festivals“, sagt Journalist und Drehbuchautor Christoph Mathieu, der zusammen mit Meryem Erkus das Projekt auf die Beine gestellt hat. „Dass wir das Future Shorts Festival in Kalk präsentieren können, ist schon etwas Besonderes.“

Auch die fünf weiteren Filme enthalten markante Bilder, provokante Stories und bewegende Schicksale. „Die Kurzfilme sind durchaus für den Mainstream geeignet – wir präsentieren an dem Abend keine abgehobene Kunst“, sagt Meryem Erkus. Ihr Viertel sei aktuell in einem „kreativen Aufbruch“, sagt die Kalkerin, die keine finanziellen und organisatorischen Mühen gescheut hat, um das Festival nach Köln zu lotsen. „Obwohl ich aktuell noch meine Magisterarbeit vor mir habe“, sagt sie und lacht. „Aber die Filme, die wir zeigen, sind echte Perlen, die ein großes Publikum verdienen. Und Kurzfilme werden leider nicht mehr in den großen Filmpalästen gezeigt.“

Dafür hat Erkus ein Kino der anderen Art geschaffen: In familiärer Atmosphäre, bei ein paar Getränken und Snacks, erwartet die Gäste auf über 50 Sitz- und Liegeplätzen ein gemütlicher Kinoabend zum kleinen Preis. „Future Shorts ist das größte weltweit agierende Kurzfilm-Netzwerk. In vielen Städten wie London, Madrid oder Moskau ist es eine feste Einrichtung. Wir denken, es passt perfekt nach Köln.“ Wer abseits von Hollywood große Gefühle in kleinen Dosen genießen will, ist also heute in Kalk am richtigen Ort.

Future Shorts Filmfestival Köln:

Heute ab 20.30 Uhr. Kalk-Mülheimer Straße 124. Eintritt: 2 Euro

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