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Senioren-Park

„Noch mal so richtig aufleben“

Von Michael Schwarz, 28.01.12, 07:00h

Sie sei einfach nur glücklich, sagte Gerda Desch. Seit dem 1. Dezember lebt sie nun im Senioren-Park „carpe diem“ und kann so mit Fug und Recht behaupten: „Ich bin die erste Bewohnerin in diesem Haus.“

KR-Carpediem
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Schlüsselübergabe: (v.l.) Jan Christian Schreiter, Wilfried Hack und Sonja Heinrich.
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Schlüsselübergabe: (v.l.) Jan Christian Schreiter, Wilfried Hack und Sonja Heinrich.
EUSKIRCHEN - Sie sei einfach nur glücklich, sagte Gerda Desch. Seit dem 1. Dezember lebt sie nun im Senioren-Park „carpe diem“ und kann so mit Fug und Recht behaupten: „Ich bin die erste Bewohnerin in diesem Haus.“ Ihre in der Kreisstadt lebenden Kinder hätten sie aus Wiesbaden nach Euskirchen geholt – der räumlichen Nähe wegen. „Ich fühle mich hier so was von wohl“, sagte die ältereDame gestern Mittag, während ihr das Mittagessen serviert wurde.

Sie war nicht die einzige, die gestern vor Freude strahlte. Da war etwa Bürgermeister Dr. Uwe Friedl, der sich darüber höchst erfreut zeigte, dass aus dem heruntergekommenen und zugewachsenen Gebäude der ehemaligen, 1912 gegründeten Gehörlosenschule am Eifelring ein solches Schmuckstück im Stadtbild geworden ist. Auch Wilfried Hack lächelte zufrieden. Vor gut zwei Jahren hatte der Geschäftsführer des Bauträgers „dieses im Dornröschenschlaf befindliche Gebäude“ betrachtet – „zugewachsen zwar, aber trotzdem mit viel Potenzial“, wie er fand. Heute, etwa 150 000 Handwerker-Arbeitsstunden später, steht das helle , mit 15 Millionen Euro aufgepeppte, denkmalgeschützte Gebäude, in dem älteren Menschen die ganze Palette der Seniorenbetreuung geboten wird, als Blickfang am Eifelring. Geboten werden dort Tagespflege für 15 Personen, ein ambulanter Pflegedienst sowie zwölf Wohnungen im Betreuten Wohnen für Ein- bis Zwei-Personen Haushalte.

Erweiterung um 33 Wohnungen

Im Mai sollen dann noch weitere 33 Wohnungen im Betreuten Wohnen ihrer Bestimmung übergeben werden. Schon vorher soll einen Steinwurf entfernt ein Discounter eröffnen. Die Kreissparkasse plant eine Filiale in der Nähe. Rund 80 Gäste waren gestern gekommen, um der Einweihung beizuwohnen und einen Blick in die Räumlichkeiten zu werfen: Was sie sahen, waren hell strahlende Räume in unterschiedlichen Größen sowie Gruppen- und Speiseräume.

„Hier soll man noch mal so richtig aufleben“, erklärte Jan Christian Schreiter, Geschäftsführender Gesellschafter der „carpe diem Gesellschaft für den Betrieb von Sozialeinrichtungen mbH“ mit Sitz in Wermelskirchen. Etwa 90 Mitarbeiter wollten den Bewohnern hier „ein Stück weit normales Leben ermöglichen“, fügte Schreiter hinzu. Die Küche werde auch für Einrichtungen in Euskirchen – etwa Schulen und Kindergärten – kochen. „Das machen wir nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen“, so der Geschäftsführer: „Wir wollen dadurch auch die Kontakte zu diesen Einrichtungen für Projekte knüpfen.“ So könnten die Senioren den Kindern und Jugendlichen aus ihrem Leben erzählen, die Jugendlichen wiederum das Kochen in der Einrichtung erlernen. „Der Austausch der Generationen wird immer wichtiger“, stellte auch Bürgermeister Friedl fest.

Pflegende Angehörige sollen hier geschult werden, „um die Pflege in der Häuslichkeit so lange wie möglich zu ermöglichen“, sagte Schreiter, der mit Einrichtungsleiterin Sonja Heinrich den symbolischen Schlüssel von Wilfried Hack entgegennahm. Der blickte auf zwei aufregende Jahre zurück, in denen nach Meinung der Gäste erfolgreich versucht wurde, eine moderne Senioreneinrichtung zu schaffen und der Historie des Gebäudes gerecht zu werden: „Das war eine Herausforderung.“

Derweil saß Katharina Zmudrzynski am Tisch und dachte an daheim. „Ich hatte mir dreimal das Sprunggelenk gebrochen“, zeigte sie auf den Verband. Nach einigen Wochen im Senioren-Park gehe es nun wieder heim. „Mir hat es hier gut gefallen, ich bin toll betreut worden“, sagte sie. www.senioren-park.de



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