Von Bernd Kehren, 22.02.12, 07:01h
Nur ein kleiner Teil von Kallmuth sei mit Erdkabeln versorgt, sagt der 26-jährige Dominik Lannott, Planer bei der KEV. Diese Erdkabel wurden im Rahmen von Kanalarbeiten verlegt. wie Rainer Karls, der Technische Leiter und Prokurist des Unternehmens, erklärt. Das Freileitungsnetz auf den Dachfirsten stammt noch aus den 70er Jahren. Laut KEV ist es sanierungsbedürftig. Gleiches gelte für die Turmstation an der Lorbacher Straße oberhalb des Ortes. Daneben gibt es noch zwei weitere Trafostationen in Kallmuth. Künftig soll es nur noch zwei moderne geben, nämlich auf den Grünflächen im Bereich der Einmündung Kaller Straße / Königsfelder Straße und neben dem unteren Parkplatz am Friedhof.
Laut Lannott werden die neuen, unterirdischen Leitungen so ausgelegt, dass ausreichend Kapazität für weitere Solarmodule auf den Dächern entsteht. Um die neuen Leitungen verlegen zu können, muss ein zweieinhalb Kilometer langer Graben ausgehoben werden. Er wird sich durch die Kaller Straße, die Ring-, Königsfelder, St.-Georg- und Quellenstraße bis zum Dotteler Weg ziehen. 51 Häuser werden angeschlossen. Lannott hofft, dass die Erdkabel bis Ende Juli verlegt sind. Die Inbetriebnahme ist für den 31. Juli geplant. Wenn die Witterung es zulässt, soll ab November mit dem Abbau der Kabel auf den Dächern begonnen werden.
Die Sanierung der KEV-Umspann-Anlage in Wollenberg kostete 170 000 Euro. Hätte die KEV neu gebaut, hätte dies gut das Doppelte gekostet. Gebaut wurde die Wollenberger Anlage zu Zeiten des Wirtschaftswunders. Weil die Industrie in Schleiden und Hellenthal boomte, benötigte das Schleidener Tal mehr Strom. „Wollenberg war damals ein idealer Standort, um von hier aus die zunehmende Versorgungsleistung zu bewerkstelligen“, berichtet KEV-Geschäftsführer Helmut Klaßen. Bis in die Mitte der 70er Jahre befand sich neben der Umspannungsanlage ein Wohnhaus, in dem der Schaltwärter mit seiner Familie wohnte. Deshalb wurde das Gebäude auch Schaltwärterhäuschen genannt.
Der Schaltwärter kümmerte sich um die Anlage. Längst steht das Häuschen nicht mehr. Die Umspannanlage wird heute automatisch betrieben und von den Netzwärtern in Kall kontrolliert.
Gesamte Anlage wurde trockengelegt
Georg Gnädig von der KEV koordinierte die Sanierungsarbeiten. Die gesamte Anlage wurde zunächst trockengelegt, wie er erläutert. Dann wurde alles isoliert und die Anlage erhielt neue Türen – die alten waren verrostet – und einen neuen Anstrich. Die Bauleitung lag in Händen des Kaller Planungsbüros von Bernd Becker. „Wir haben fast ausschließlich Firmen aus der Region mit den Sanierungsmaßnahmen beauftragt“, so Gnädig. Neben Wollenberg betreibt die KEV vier weitere Umspannanlagen, und zwar in Dahlem, Kall, Heimbach und Wallenthal. In diesen Anlagen wird der Strom von 110 auf 20 Kilovolt heruntergefahren und in die Mittelspann-Netze eingespeist, die die Ortschaften versorgen. (epa)
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