Von Manfred Funken, 23.02.12, 07:04h
Friedrich Krämer, Berufsorientierungslehrer an der Hauptschule Bergheim, kennt weitere Gründe: „Die Schüler haben Angst davor, den Schutz raum Schule zu verlassen, deshalb streben sie den vermeintlich höheren Abschluss in einem schulischen Bildungsweg am Berufskolleg an.“ Dabei sei dies für viele die falsche Entscheidung. Krämer rät handwerklich begabten Jugendlichen dringend dazu, direkt eine praktische Ausbildung zu beginnen.
Im kaufmännischen Bereich lägen für jeden Ausbildungsplatz rund 15 Bewerbungen vor, so dass jede Stelle habe vergeben werden können, sagt Wallraf. Auf eine Lehrstelle in den Berufsfeldern Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker, Industrie-, Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker kämen jedoch derzeit nur acht Bewerber. „Das ist zu wenig.“
Im Auswahlverfahren bleibe die erste Hälfte der Kandidaten wegen zu schlechter Noten und zu vieler unentschuldigter Fehlstunden – „Das ist ein wichtiges Kriterium“ – auf der Strecke. Weitere rund 20 Prozent der Bewerber erschienen trotz Einladung nicht zum Eignungstest. Und im Test müsse man dann auch erleben, dass einfache Rechenaufgaben nicht bewältigt und naheliegende Fragen nicht beantwortet werden können. „Was macht RWE Power eigentlich?“, sei für einige eine nicht beantwortbare Frage.
Dabei will Wallraf gar nicht in den Chor derer einstimmen, die Schüler von heute für schlecht vorbereitet halten. „Wer einen guten Hauptschulabschluss hat, ist für unsere Ausbildungsplätze geeignet.“
Erfolgsquote fast bei 100 Prozent
RWE Power gilt als hervorragender Ausbildungsbetrieb, die Lehrlinge erhalten jede erdenkliche Unterstützung. Entsprechend stark sind die Leistungen. Es gebe kaum Abbrecher und die Zahl derer, die am Ende der Ausbildung die Prüfung bestehen, liege fast bei 100 Prozent, sagt Wallraf. Nach wie vor übernimmt RWE Power alle, die den Fachbrief in der Tasche haben, ins erste Berufsjahr, danach erhalten die meisten auch eine Festanstellung.
Marcel Krause aus Quadrath-Ichendorf macht sich deshalb um seine Zukunft keine Sorgen. „Ich muss nur sagen, dass ich Azubi bei RWE bin, das genügt, um Anerkennung zu ernten.“ Der 25-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr als Elektroniker. Nach Fachabitur und Bundeswehr hatte er zunächst ein Studium der Elektrotechnik begonnen, dann aber schnell gemerkt, dass ihm die Praxis mehr liegt als die Theorie. Jetzt sei er am richtigen Platz, sagt er, und das Unternehmen biete ihm viele Chancen.
Wer sich für eine Ausbildung bei RWE Power interessiert, kann im Internet schon einmal einen Test absolvieren. Bewerbungen werden online, aber auch in herkömmlicher Form entgegengenommen. Wallraf rät Interessenten zu spontanen Entscheidungen.Mit dem druckfrischen Halbjahreszeugnis sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt, zügig alle Unterlagen abzuschicken.
Berufsorientierungslehrer Krämer weiß, dass sich manche nicht trauen nach dem Motto „Die nehmen mich ja eh nicht“ oder sich vom Misserfolg anderer Testteilnehmer demotivieren lassen. „Nur wer es selbst versucht hat, weiß, was er kann“, ermuntert er Haupt- und Realschüler, die Bewerbung selbstbewusst anzugehen.
www.rwe.com/ausbildung www.schule-mit-power.de
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